So, 19. November 2017

Langsame Besserung

24.01.2011 12:44

Hans Gruggers Ärzte sind leicht optimistisch

Auch die dritte Nacht für den am Donnerstag im Abfahrtstraining in Kitzbühel gestürzten Salzburger Skirennläufer Hans Grugger auf der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurochirurgie ist für den Patienten ruhig und ohne Komplikationen verlaufen. Das Gesamtbild der laufenden Tests gebe außerdem Grund für vorsichtigen Optimismus, teilten die Tiroler Landeskrankenanstalten am Sonntag in einer Aussendung mit.

Das behandelnde Ärzte-Team ist mit den Ergebnissen der jüngsten Untersuchungen zufrieden, weiterhin seien der Hirndruck des Patienten sowie sein Kreislauf stabil. Prognosen über den weiteren Verlauf seien nicht möglich, da Grugger weiterhin im künstlichen Tiefschlaf gehalten werde.

Die Ärztliche Direktorin Alexandra Kofler (links im Bild) gab am Freitag bereits bedingt Entwarnung: Es könnten allerdings immer noch Komplikationen auftreten. Im Zuge der Notoperation am Donnerstag war Blut aus dem Schädel abgesaugt worden. Der Athlet hat auch Serienrippenbrüche und eine Lungenkontusion erlitten, Hauptproblem sind aber momentan die Kopfverletzungen. Das gesamte Ausmaß der Verletzungen ist noch immer nicht bekannt und muss erst durch weitere Untersuchungen erörtert werden.

Mausefalle hat wieder zugeschnappt
Der Bad Hofgasteiner hatte beim Abfahrtstraining auf der Streif beim Sprung in die Mausefalle zu weit abgehoben und war bei der Landung mit dem Kopf auf die Piste geknallt. "Er war etwas zu spät dran, versuchte die Linie beim Absprung zu korrigieren", analysierte Hans Knauß, Co-Kommentator im TV und 1999 Abfahrtssieger auf der Streif. Grugger rutschte zum Entsetzen der Zuschauer bewusstlos bis zum Ausgang der Mausefalle, wo er regungslos liegen blieb.

Noch am Berg wurden von Teamarzt Dr. Herbert Resch erste Notmaßnahmen eingeleitet. Der Österreicher wurde intubiert und genau 29 Minuten nach dem Sturz mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Innsbruck geflogen, wo er sofort operiert wurde.

Eltern und Freundin stehen Grugger bei
Ingrid Rumpfhuber, einst selbst Rennläuferin und seit vielen Jahren mit Grugger liiert, eilte so schnell sie konnte von ihrem Studienplatz in Innsbruck zu ihrem Freund in die Universitätsklinik. Sie hatte, als sie die fürchterlichen Bilder auf dem TV-Schirm sah, sofort Katharina und Alois Grugger, die Eltern des Salzburgers, informiert. Diese fuhren aus ihrer Heimat Bad Gastein ebenfalls nach Tirol, um dem Sohn beizustehen.

In den ersten Stunden nach dem Unglück äußerten sich sämtliche Ärzte, falls überhaupt, nur sehr zurückhaltend über den Zustand des ÖSV-Läufers. Erst die nächsten Tage werden zeigen, wie schnell und wie sehr er sich erholen kann. Der Schweizer Daniel Albrecht, vor zwei Jahren auf der Streif schwer gestürzt, lag damals genau drei Wochen im Koma. Im vergangenen Dezember kehrte er in Beaver Creek sogar in den Weltcup-Zirkus zurück.

Lange Liste von Verletzungen
Grugger war in seiner Karriere, in der er vier Weltcupsiege geholt hat, schon mehrmals schwer verletzt. 1998 erlitt er den ersten Kreuzbandriss. 2000 musste er wegen einer Halswirbelverletzung längere Zeit pausieren. 2005 musste er wegen einer Beckenverletzung die Saison vorzeitig beenden. Im April 2007 erlitt Grugger einen Kreuzbandriss im linken Knie, 2009 einen im rechten Knie.

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