Do, 23. November 2017

Nach Todesdrama

22.01.2011 11:35

Pistenraupen-Chef: „Wir fahren maximal 15 km/h“

Nicht nur in Rußbach, auch in den anderen Salzburger Skigebieten ist die Betroffenheit nach dem tödlichen Zusammenprall eines Buben mit einer Pistenraupe groß (siehe Infobox). Gottfried Gruber, Pistenchef bei den Alpendorf Bergbahnen, mahnt die Skifahrer nun zu mehr Vorsicht. Obwohl die Raupenlenker mit maximal 15 km/h unterwegs sind, sei die Gefahr sehr groß.

Nur wenige Tage vor seinem fünften Geburtstag am 7. Februar endete das Leben des kleinen Paul aus Rußbach am Donnerstag tragisch. Der Bub – er stand bereits seit er drei Jahre alt war auf den Skiern – geriet unter eine Pistenraupe. Für die Eltern brach mit der Todesnachricht eine Welt zusammen, immerhin haben sie schon einmal ein Kind verloren. Jetzt bleibt ihnen nur mehr das vier Monate alte Töchterchen Anna.

"Sehr gefährlich, hinter 12-Tonnen-Raupe herzufahren"
Pistenchef Gottfried Gruber von den Alpendorf Bergbahnen fühlt mit den Kollegen in Rußbach mit. "Es ist fürchterlich für einen Raupenfahrer, wenn so etwas passiert. Wir hatten leider im Vorjahr einen ähnlichen Fall. Damals starb ein 32-jähriger Snowboarder. Unser Angestellter hat das Unglück lange nicht überwunden und sich Vorwürfe gemacht, obwohl er völlig schuldlos war. Er bekam psychologische Hilfe." Gruber warnt die Skifahrer nun: "Manche fühlen sich von den Pistenraupen richtiggehend angezogen, weil dahinter eine tolle Spur entsteht. Aber es ist sehr gefährlich, hinter einer 12-Tonnen-Raupe herzufahren."

Gruber: Raupen sind nicht übersehbar
Normalerweise würden die Pisten erst nach Betriebsschluss gegen 16 Uhr präpariert. Wenn es aber untertags schneit – wie zum Beispiel am Donnerstag – müssen die Lenker auch auf belebte Pisten. "Wir fahren bergwärts nur 10, talwärts maximal 15 km/h. Die Lenker sind immer bremsbereit. Vor Kuppen wird besonders genau geschaut. Außerdem meiden wir Engstellen", so Gruber. Die Raupen seien zudem nicht übersehbar. "Es gibt mehrere Lichter und eine Drehleuchte am Dach. Die Sirenenhupe ist so laut, dass sich selbst ein 50 Meter entfernter Skifahrer schreckt." Darüber hinaus sind überall Warntafeln aufgestellt.

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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