Mi, 13. Dezember 2017

Statt Sanierung

20.01.2011 18:04

Siedlung in der Strubergasse wird neu geplant

Helle Aufregung bei den Bewohnern der Strubergassen-Siedlung in Salzburg-Lehen: Noch vor dem Sommer wollte die Stadt mit der thermischen Sanierung und dem Bau von neuen Balkonen in den 50 Jahre alten Bauten beginnen. Am Donnerstag wurde alles gestoppt: Jetzt ist die Generalsanierung samt Teil-Abriss der Häuser geplant.

482 Wohnungen umfasst die Siedlung an der Strubergasse, gut 1.000 Menschen leben in dieser „ruhigen Insel“ mitten in Lehen. Es gibt Grünflächen, Spielplätze für die Kinder – und heuer wollte die Stadt endlich auch die veralteten Gebäude auf neuesten Stand bringen. 19 Millionen Euro waren für eine thermische Sanierung reserviert, durch die Isolierung sollten die Heizkosten sinken. Dazu waren eigene Balkone für die Wohnungen geplant. Das war der erklärte Wunsch der Bewohner bei einigen Versammlungen, die Stadt startete auch schon die EU-weite Ausschreibung für diese Arbeiten.

Doch seit Donnerstag ist alles anders: Im Sozial-Ausschuss entschied die Mehrheit von VP, Bürgerliste und FP (gegen die SP), dass die Arbeiten sofort gestoppt werden.

Statt einer „kleinen Sanierung“ kommt ein völliger Umbau: Ein Teil der veralteten Häuser wird abgerissen, beim Neubau soll auch eine Tiefgarage gebaut werden. „Die Häuser sind schon so desolat, dass wir mehr tun müssen als nur dämmen“, ist die grüne Ausschuss-Chefin Ulrike Saghi überzeugt. „19 Millionen dafür wären nicht gut investiert, in einigen Jahren müssten die Häuser ohnehin abgerissen und neu gebaut werden“, erklärt sie.

Außerdem wird auch das Stadtwerke-Areal in unmittelbarer Nähe neu verbaut – „da passt es, dass wir auch in der Strubergassen-Siedlung eine Lösung suchen, die für die Zukunft des Stadtteiles positiv ist“, meint Saghi.

Viele ältere Mieter, die oft seit Jahrzehnten in der Siedlung leben, haben Angst, bei einem Neubau „entwurzelt“ zu werden, warnt SP-Mandatar Gerhard Zuckerstätter. „Abriss, Neubau und die Verdichtung in der Siedlung sollen finanziert werden, indem die Stadt ein Viertel der Wohnungen verkauft.  Das ist sicher nicht im Sinne der langjährigen Bewohner“, erklärt der Gemeinderat.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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