Sa, 25. November 2017

Bleibt bei 830 Mio. €

19.01.2011 12:16

Flughafen-Chef: „Müssen bei Skylink noch Gas geben“

Der seit 1. Jänner amtierende Vorstandschef des börsennotierten Flughafens Wien, Christoph Herbst, hat die schlagzeilenträchtige Terminalbaustelle "Skylink" unter seine persönlichen Fittiche genommen. Die Inbetriebnahme ist für Juni 2012 angesetzt, laut Herbst wird man baulich da und dort noch Gas geben müssen. Abhängig von den Verkehrsmengen wird allenfalls nicht von Beginn an mit voller Kapazität gefahren. Eine Eröffnung in Etappen ist aber keine Option.

Eine Kapitalerhöhung brauche der Flughafen zur Refinanzierung des Neubaus nicht, sagte Herbst am Mittwoch bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt. Ob dies für den Bau der geplanten dritten Piste in Schwechat erforderlich wird, hängt vom Baubeginn des Pistenprojekts und den damit verbundenen Auflagen und Kosten ab. Generell gelte: Je später, desto eher könne auch dieses Projekt aus eigenem Cash finanziert werden.

Weniger als 830 Millionen Euro Kosten
Mehr als 830 Millionen Euro werde der Skylink-Bau nicht kosten, versicherten Herbst und der bis vor drei Wochen dafür zuständige Vorstand Ernest Gabmann. Laut Gabmann wird man "mit großer Sicherheit" darunter zu liegen kommen. Der Rechnungshof hat die (ausgelagerten) sogenannten "Schnittstellenkosten" dazu addiert und kommt so auf mehr als 1 Milliarde Euro. Laut Gabmann wurde da "irrtümlicherweise" die neue Gepäckförderanlage nur Skylink zugerechnet. "Auch nicht richtig" sei, dass man Investitionen für den ÖBB-Bahnhofsbereich nur Skylink zurechnete. Gabmann sagte, er selber habe Herbst gebeten, die Zuständigkeit für Skylink zu übernehmen.

Der Terminalbau ist von jahrelangen Verzögerungen und einer Kostenexplosion überschattet. Derzeit sind hier noch täglich 600 bis 700 Baubeschäftigte am Werk. Für Medien gab es am Mittwoch erstmals Zutritt in die mächtigen Terminalhallen, die in künftigen Spitzenzeiten den Passagieren der Star Alliance vorbehalten sein werden. 100 Check-In-Schalter und -Automaten, zehn Gepäckbänder und 17 Pier-Positionen sind vorgesehen. Bei Bedarf könnte später einmal auch auf eine A-380-Andockstation adaptiert werden - das ist aber noch länger nicht nötig. Die Shop- und Gastro-Flächen werden um 9.600 Quadratmeter fast verdoppelt.

Herbst: "Letzte Meter sind die schwierigsten"
Herbst bestätigte, dass die letzten Meter die schwierigsten sind. Die Kosten des Baus seien nicht das Kritische, bei der Zeit werde man aber das eine oder andere Element forcieren müssen. In einigen Bereichen sei man "ein bisserl hinten", werde Gas geben müssen, etwa bei Teilen des Innenausbaus. Das sei bei solchen Großprojekten nichts Unübliches. "Wir reden da nicht von Abweichungen von einem halben Jahr." Dass der Terminalbau insgesamt im verbindlichen Zeit- und Kostenplan fertig wird, daran ist u.a. die Auszahlung der Prämien für Gabmann und Vorstand Gerhard Schmid für 2010 geknüpft.

"Mein Erfolg wird daran gemessen, dass Skylink in Betrieb geht", betonte Herbst. "Ich will Erfolg haben." Er bekräftigte, nur ein Jahr Vorstandschef bleiben und anschließend in den Aufsichtsrat zurückkehren zu wollen. Aus seiner Vorstandsgage machte er dabei weiter ein Geheimnis. Es sei jedenfalls weniger als die bisherige Airportspitze verdiente. Gabmann und Schmid ließen dazu auf Nachfrage offen, ob sie sich bei der angekündigten internationalen Ausschreibung bewerben werden. Beider Verträge laufen Ende 2011 aus. Mit der Ausschreibung wird sich der Aufsichtsrat demnächst befassen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden