So, 19. November 2017

Asyl-Fall

19.01.2011 10:26

Akte Komani erledigt - auch Mutter darf bleiben

Der Asyl-Fall der kosovarischen Familie Komani ist vorerst erledigt, die bis letztes Jahr in Steyr lebende Familie darf bis auf Weiteres in Österreich bleiben. Nachdem der Vater und die Kinder bereits Mitte November eine unbeschränkte Niederlassungsbewilligung aufgrund humanitärer Gründe erhalten hatten, wurde auch der Mutter eine solche erteilt, sagte deren Rechtsberaterin Karin Klaric am Mittwoch. Die Familie habe sich entschlossen, in Wien zu bleiben.

Laut Klaric ist die Familie bereits aus dem "Freunde Schützen"-Haus ausgezogen und wohnt in einer eigenen Wohnung in Wien. Der Vater, der mit der Niederlassungsbewilligung auch einen freien Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten hatte, arbeite bereits Vollzeit, so Klaric. Die Niederlassungsbewilligung müsse nun jedes Jahr verlängert werden, so Klaric. Sie sieht aber keine Gefahr, dass diese nicht verlängert werden könnte.

Der schlechte Gesundheitszustand der Mutter, der wesentlich dazu beigetragen hatte, dass die Familie letztendlich doch in Österreich bleiben konnte, hat sich laut Klaric bisher nicht wesentlich verbessert. Sie sei nach wie vor in ärztlicher Behandlung.

August Komani war im Oktober gemeinsam mit seinen achtjährigen Zwillingstöchtern in ein Schubhaftzentrum gebracht und später abgeschoben worden, obwohl seine Frau wegen akuter Selbstmordgefahr in Spitalsbehandlung war. Der Fall sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil die Familie am frühen Morgen unter anderem von bewaffneten Beamten abgeholt worden war.

Fall mit Konsequenzen
Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) enthob in der Folge den Chef der Wiener Fremdenpolizei, Stefan Stortecky, seines Postens. Zudem veranlasste sie, dass bei Abschiebungen mit Familien künftig besonders geschultes Personal eingesetzt und psychologische sowie medizinische Betreuung angeboten wird.

Im Fall Komani hob sie den negativen Bescheid des Magistrats Steyr bezüglich eines humanitären Aufenthalts auf, da dieser mangelhaft gewesen sei. Vater und Töchter durften daraufhin mittels eines humanitären Visums wieder einreisen.

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