Fr, 20. Oktober 2017

"North Korean Open"

14.01.2011 16:58

Kim Jong Il lädt Golfer aus aller Welt zu bizarrem Turnier

Es ist der nächste bizarre Coup von Diktator Kim Jong Il: Erstmals in der Geschichte Nordkoreas richtet das Land ein Golfturnier aus. Zu dem Event auf dem einzigen 18-Loch-Platz des Landes sind Amateure aus aller Welt eingeladen. Wenn der Dikator selbst mitspielt, dürften diese allerdings schlechte Karten haben. Denn laut Propaganda ist Kim Jong Il der mit Abstand beste Golfer der Welt.

Staatlich organisierter Versicherungsbetrug im großen Stil, Tilgung der Auslandsschulden per Ginseng-Wurzeln und 1.000 rekrutierte Chinesen als Jubel-Fans für das eigene Team bei der WM - immer wieder sorgt die grausame Dikatur in Nordkorea auch für groteske Schlagzeilen. Jetzt ist es wieder einmal so weit. Das 24 Millionen Einwohner zählende Land lädt Golfer aus aller Welt zu einem Amateurturnier ein. Das berichten der "Spiegel" und die "Daily Mail".

Nur einen einzigen Golfplatz gibt es in dem bettelarmen Land. Er befindet sich etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Pjöngjang. Die Anlage umgibt offenbar eine Aura, die zu Höchstleistungen anspornt. Dieser Schluss liegt zumindest dann nahe, wenn man der nordkoranischen Propaganda glaubt. Denn auf dem Platz spielte Diktator Kim Jong Il - leider in Abwesenheit der Weltöffentlichkeit - die wohl beste Golfrunde aller Zeiten. Mit 38 Schlägen unter Par beendete er das Spiel, allein elf Mal erzielte er dabei ein "Hole in one", also einen Treffer mit nur einem einzigen Schlag. Und das, obwohl er sich noch nie zuvor an der Sportart probiert hatte.

Vergleichsweise luxuriöse Anlage
Vielleicht war es ja das - nach Maßstäben des Landes - luxuriöse Ambiente, das den Diktator zu diesen Höchstleistungen beflügelte. Denn die Anlage verfügt nicht nur über eine Sauna, an einem nahe gelegenen See können Golfer auch angeln und Bootfahren.

Die Teilnahme an dem Event muss exklusiv über das britische Reisebüro Lupine Travel beantragt werden, der auch Reisen nach Tschernobyl in seinem Programm hat. 999 Dollar - exklusive Anreise - kostet die Turnier-Reise, in der aber auch schon eine kleine Rundfahrt durch den stalinistischen Staat enthalten ist. Programmpunkte: Bahntrips, Bootstouren, Denkmalsbesichtigungen und ein Besuch der riesigen Propaganda-Tanz-Show mit 150.000 Athleten im Rungrado-Stadion von Pjöngjang.

Eher wie eine Drohung klingt hingegen die angekündigte Verpflegung der Touristen in dem immer wieder unter Hungersnöten leidenden Land. Laut Tourbeschreibung werden die Besucher mit "einem landestypischen Lunchpaket" versorgt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).