Sa, 18. November 2017

Golden Globes

17.01.2011 11:17

Portman top, Klum voll daneben, Bonham bizarr

Der Facebook-Film "The Social Network" ist der große Gewinner bei den Golden Globes. Colin Firth holte sich den Preis als bester Darsteller für seinen Film "The King's Speech". Doch eigentlich war es der Abend der Natalie Portman. Die zauberhaft schöne Aktrice ist bei der 68. Verleihung der Golden Globes als beste Schauspielerin für "Black Swan" geehrt worden. Trotz kleinen Babybäuchleins machte sie auch am roten Teppich die beste Figur und trug das schönste Kleid.

Ganz im Gegensatz dazu griff diesmal ausgerechnet Supermodel Heidi Klum völlig daneben. Sie erschien in einem unpassenden Sommerkleidchen, das eher an einen Strand passen würde. Getoppt wurde sie in Sachen Fashion-Fehlgriff nur noch von Helena Bonham-Carter, die mit verschiedenfarbigen Schuhen zur Gala kam.

Alle Bilder der "Best and Worst Dresses" am Red Carpet findest du in der Infobox.

Besonders Portmans Auftritt war mit Spannung erwartet worden. Würde sie ihren kleinen Babybauch geschickt verhüllen? Die Antwort: ja. Das zarte pastellfarbene Kleid von Viktor & Rolf umspielte ihre Taille perfekt. Bei ihrer Dankesrede dankte sie ihrem Verlobten Benjamin Millepied, dem Choreografen des Films "Black Swan", und erklärte: "Er ist der beste Schauspieler." Im Film habe er so getan, als würde er mit der Frau, die sie spielt, nicht ins Bett gehen wollen. Doch das sei nicht wahr: "Er will total mit mir schlafen", so Portman.  

Vier Preise für "The Social Network"
Der Facebook-Film "The Social Network" ist der große Gewinner bei den Golden Globes. Der Streifen von Regisseur David Fincher erhielt in der Nacht auf Montag bei einer Gala in Beverly Hills vier der begehrten Auszeichnungen, darunter in den wichtigen Kategorien bester Film, in der Sparte Drama und beste Regie.

In der Kategorie Komödie/Musical gingen die Golden Globes an Annette Bening ("The Kids Are All Right") für ihre Verkörperung einer lesbischen Mutter und Paul Giamatti ("Barney's Version"). "The Kids Are All Right" wurde auch als beste Komödie ausgezeichnet.

Die Golden Globes, die vom Verband der Auslandskorrespondenten in Hollywood vergeben werden, gelten traditionell als Gradmesser für die Erfolgsaussichten von Schauspielern und Filmen für die Oscars, die in diesem Jahr am 27. Februar verliehen werden.

Depp geht leer aus
Eher enttäuschend verlief die Golden-Globe-Nacht dagegen für den Historienfilm "The King's Speech", der mit sieben Nominierungen ins Rennen gegangen war. Der Boxfilm "The Fighter" bescherte Christian Bale und Melissa Leo Golden Globes als beste Nebendarsteller. Zum besten ausländischen Film wurde der dänische Streifen "In a Better World" gewählt. Der Film "The Tourist" des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck ging leer aus, ebenso Hauptdarsteller Johnny Depp, obwohl er sogar für zwei Filme nominiert war.

Die Preise wurden in 25 Kategorien verliehen. Nicht nur Kinofilme, sondern auch TV-Formate wurden mit Golden Globes ausgezeichnet. Die Schauspielerin Katey Sagal und Steve Buscemi gewannen ihre ersten Globes für das TV-Drama "Boardwalk Empire". Sagal war in der Vergangenheit bereits vier Mal für ihre Darstellung als Mutter in der Comedy-Serie "Eine schrecklich nette Familie" nominiert, ging aber immer leer aus. "Boardwalk Empire" wurde zudem als beste Drama-Serie ausgezeichnet, in der Kategorie Komödie ging diese Ehrung an "Glee".

Keinen Preis gab es heuer für Österreich. Die ORF-Koproduktion "Die Säulen der Erde" zog beim Rennen um die beste Fernsehproduktion den Kürzeren gegen das fünfstündige Terroristen-Epos "Carlos" des französischen Regisseurs Oliver Assayas. Immerhin: In dem Streifen über den venezulanischen Terroristen wirkt die Wiener Schauspielerin Nora von Waldstätten mit. Im Vorjahr hatten Christoph Waltz und Michael Haneke Golden Globes erhalten.

Bestechungsvorwürfe
Kurz vor der Verleihung der Golden Globes waren Bestechungsvorwürfe gegen Mitglieder der für die Vergabe der Auszeichnungen zuständigen Hollywood Foreign Press Association (HFPA) laut geworden. Michael Russell, früherer HFPA-Pressesprecher, reichte am Donnerstag Klage gegen den Verband der Auslandskorrespondenten in Hollywood ein. So sollen Mitglieder des 90-köpfigen Gremiums für bestimmte Nominierungen mit Geldzahlungen entlohnt worden sein. Außerdem sollen Senderechte für das Schaulaufen der Stars auf dem roten Teppich an verhältnismäßig unbekannte Gruppen verkauft worden sein. Russell machte in der am Obersten Gericht von Los Angeles eingereichten Klage geltend, wegen seiner Bedenken von der HFPA entlassen worden zu sein.

Vor allem die drei Nominierungen für den von den Kritikern verrissenen Film "The Tourist" waren mit Kopfschütteln quittiert worden. Dagegen ging das meisterhafte Western-Remake "True Grit" der Coen-Brüder, ein Publikumsrenner und Kritikerfavorit, bei den Nominierungen völlig leer aus.

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