Mo, 18. Dezember 2017

Projekt in Schule

14.01.2011 10:49

Zu Fuß gehen ist cool: Stuhlfelden gibt Weg vor

Stempel-Mania an der Volksschule Stuhlfelden: Wer zu Fuß geht, füllt seinen Per-Pedes-Pass! Da steigt keiner mehr ins Auto der Eltern ein. Das Vorzeige-Projekt wurde sogar zur besten Schulweg-Idee in ganz Österreich gekürt. Die „Krone“ traf die Kilometer-Sammler.

„Ich gehe gerne und hole in der Früh auch meinen Freund ab“, erzählt Nico stolz. Und er weiß auch schon darüber Bescheid, dass Kilometer-Sammeln und Abgase-Sparen der Umwelt helfen. Bianca ist genauso begeistert: 1,5 Kilometer marschiert sie, „in zirka 15 Minuten.“

„Unter den Kindern ist ein richtiger Wettbewerb entstanden“, freut sich Direktorin Renate Altenberger. „Der Schulweg hat auch eine wichtige Sozialfunktion.“ Alle 81 Volksschul-Knirpse nehmen an der Stempel-Mania teil, denn für jeden gegangenen Schulweg bekommen die Kinder einen Vermerk in ihrem Pass. Bei 50 Stempeln gibt es dann kleine Belohnungen, bei 100 schon etwas größere.

Bürgermeisterin, Direktorin, die Damen vom Elternverein und die Bildungswerksleiterin wollten mit der Idee ursprünglich die Stauzone vor der Schule entschärfen: Appelle an die Eltern änderten zuerst aber wenig. „Jetzt erziehen die Kinder die Eltern“, freut sich Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher über das Schulwegprojekt mit Vorbildwirkung. Positiver Nebeneffekt: Die Kinder machen schon in der Früh Bewegung! Und auch die soziale Kompetenz kommt nicht zu kurz.

Die aktiven „Kilometer-Jäger“ aus Stuhlfelden wurden nach einem Landespreis jetzt sogar mit dem bundesweiten „Walk-Space Award“ ausgezeichnet. Direktorin Altenberger holte sich im Dezember in Wien die Urkunde ab. Und sogar ein eigener „Gender-Sonderpreis“ kam für die starken Ideengeberinnen aus dem Ort noch dazu.

 Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher weiß als Therapeutin: „Man erreicht mit engagierten Leuten viel mehr, als mit Vorschriften oder Verboten.“

Auch andere Gemeinden wollen ihren Schulweg reformieren und haben sich für das Projekt schon interessiert: „Wir freuen uns, wenn die ganze Region mitzieht, alle profitieren davon“, ist auch Bürgermeisterin Ottenbacher froh.

von Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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