So, 17. Dezember 2017

Im "Krone"-Gespräch

10.01.2011 09:46

Dorfgasteiner Bergbahnen-Chefin bricht Schweigen

Nach der Wachablöse bei den Dorfgasteiner Bergbahnen ist wieder Ruhe eingekehrt am Fulseck. "Jetzt können wir gemeinsam arbeiten, damit auf unserem Berg etwas weitergeht für unsere Gäste", bilanziert Gertraud Gerzer, Bergbahnen-Chefin in Großarl. Sie hat die Machenschaften aufgedeckt und wurde dafür heftig angefeindet. Im "Krone"-Gespräch bricht Gerzer erstmals ihr Schweigen.

Überhöhte Prämien, dazu ein guter Nebenjob ohne Genehmigung, und die Versicherung fürs Privatauto bezahlte auch die Firma – nachdem die Missstände in den Dorfgasteiner Bergbahnen aufflogen, musste der langjährige Vorstand gehen. Als Nachfolger wurde kurz vor Weihnachten Erwin Stangassinger präsentiert.

"Krone": Ist jetzt wieder Ruhe eingekehrt am Berg, Frau Gerzer? Die Großarler Bergbahnen, die Sie leiten, sind ja der größte Aktionär auch bei den Dorfgasteiner Liften.
Gertraud Gerzer: Ja, weil Stangassinger ist ein sehr guter Mann. Und auch im Aufsichtsrat ist jetzt das Klima nach dem Wechsel sehr gut.

"Krone": Sie selbst haben diese Machenschaften aufgedeckt – wie war das möglich?
Gerzer: Das war nicht so schwer. Ich bin ja Geschäftsführerin in Großarl und wurde dann im September 2009 auch in den Vorstand von Dorfgastein entsandt, wo wir Aktionäre sind. Da hat ein Blick genügt, um alles zu sehen.

"Krone": Doppelte Buchhaltung?
Gerzer: Nein, die Zahlungen liefen ganz offen an den damaligen Chef in Dorfgastein – da konnte ich nicht wegsehen, auch wenn das einigen so nicht gefallen hat.

"Krone": Augen zudrücken ist nicht Ihr Stil?
Gerzer: Etwas unter den Tisch kehren geht nicht. Wir sind ja unseren Aktionären verpflichtet und haften auch dafür. Es war also nicht nur unser Recht, diese Dinge aufzudecken, sondern auch unsere Pflicht. Darauf lege ich ganz großen Wert.

"Krone": Sie wurden für diese Enthüllungen sehr heftig angefeindet, der frühere Chef in Dorfgastein sprach auch von Mobbing.
Gerzer: Davon konnte keine Rede sein. Es gab auch keinen Machtkampf. Jetzt liegt der ganze Fall ohnehin bei der Justiz – ich vertraue darauf, dass alles aufgeklärt wird.

"Krone": Sind noch weitere Überraschungen zu erwarten?
Gerzer: Ich will über Vergangenes gar nicht reden.

"Krone": Sie kümmern sich lieber ums Geschäft und ums Service bei den Bergbahnen?
Gerzer: Ja. Denn es geht um unseren Skiberg und unsere Pisten – alles andere interessiert die Gäste nicht.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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