Mo, 20. November 2017

Zurück in den Häfn

05.01.2011 12:28

Entflohener Häftling 18 Jahre nach Ausbruch verhaftet

Die Mühlen der Gerechtigkeit mahlen langsam, aber sie mahlen: Das hat am Dienstag ein entflohener Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Hirtenberg (Bezirk Baden) zu spüren bekommen. Der heute 47-jährige türkische Staatsbürger wurde nach 18 Jahren auf der Flucht von Beamten des LKA Niederösterreich und einer Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität in Wien verhaftet.

Er war Ende Juli 1993 gemeinsam mit einem Mithäftling aus dem Gefängnis in Hirtenberg ausgebrochen. Die beiden hatten gemeinsam auf dem Außenareal gearbeitet und waren über eine Mauer entflohen, berichtete ein Beamter. Wegen eines Verbrechens nach dem Suchtmittelgesetz hätte der Türke damals noch zwei Jahre, zwei Monate und acht Tage einer Haftstrafe absitzen müssen.

Aus dem Ausland zurückgekehrt
Laut Polizei dürfte der heute 47-Jährige lange Zeit im Ausland - hauptsächlich in der Türkei und in Rumänien - gewesen sein. Nun habe er gemeinsam mit seiner rumänischen Partnerin offenbar wieder in Wien sesshaft werden und einen Aufenthaltstitel erwerben wollen. Ungeschickterweise verwendete er denselben Decknamen wie vor 18 Jahren. So kamen die Beamten des Landeskriminalamtes auf die Spur des Mannes und verhafteten ihn in Wien.

Flucht gilt nicht als Straftat

Er wurde bereits zurück in die Justizanstalt Hirtenberg gebracht, wo er seine restliche Strafe verbüßen muss. Die jahrelange Flucht wird in dieser Hinsicht keine Konsequenzen haben, weil sie nicht als Straftat gilt. Vermutlich werde der 47-Jährige lediglich eine geringe Ordnungsstrafe nach dem Strafvollzugsgesetz (StVG) erhalten, hieß es.

Der damals geflüchtete Mithäftling - ein Serbe, der wegen Einbruchsdiebstahl saß - soll schon vor längerer Zeit wieder gefasst worden sein und seine Haft abgesessen haben.

von Klaus Loibnegger (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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