So, 22. Oktober 2017

Fall Anita K. geklärt

05.01.2011 12:37

Leichenteile auf Acker in der Slowakei gefunden

Der Fall der seit Monaten vermissten Anita K. aus dem Waldviertel ist geklärt. Wie Leopold Etz vom Landeskriminalamt Niederösterreich am Mittwoch bestätigte, wurden Leichenteile auf einem Acker in der Slowakei gefunden, die eindeutig der 23-jährigen Frau zugeordnet werden konnten. Laut Ermittlern steht damit fest, dass der 54-jährige Verdächtige, der in U-Haft Selbstmord beging, Anita K. getötet, zerstückelt und anschließend verbrannt hat.

Laut Polizei habe man bereits im Dezember Fragmente eines Schädelknochens und einen Stoffrest mit einer DNA-Spur entdeckt. Untersuchungen hätten nun mit Sicherheit ergeben, dass es sich dabei um die Überreste bzw. Spuren der vermissten 23-Jährigen handelt. Somit stehe nun endgültig fest, dass die Frau nicht mehr am Leben ist. Die erschütterte 26-jährige Schwester Silvia meinte dazu erleichtert zur "Krone": "Ich bin unendlich traurig, habe aber jetzt wenigstens Klarheit über ihr Schicksal."

Seit 29. Oktober vermisst
Anita K. galt seit dem 29. Oktober als abgängig. Die Polizei ist sich jetzt sicher, dass die junge Frau von einem 54-Jährigen, bei dem sie seit ihrer Kindheit gemeinsam mit ihrer Schwester gelebt hatte, umgebracht und anschließend in der Slowakei verbrannt wurde. Der Mann, der gemeinsam mit der Schwester des Opfers Mitte November wegen des Verdachts des Mordes bzw. der Freiheitsentziehung in Untersuchungshaft genommen wurde, hat sich am 7. Dezember in seiner Zelle erhängt (siehe Infobox).

Die Schwester des Opfers wurde kurz zuvor aus der U-Haft entlassen, nachdem sie eine den 54-Jährigen belastende Aussage getätigt hatte. Das Verfahren gegen sie bei der Staatsanwaltschaft Krems läuft zwar noch, dies dürfte aber eher formale Gründe haben. Laut Eva Taborsky, erste Staatsanwältin in Krems, warte man noch auf den Abschlussbericht des Landeskriminalamtes.

Schon in jungen Jahren missbraucht
Die beiden Mädchen hatten bereits in minderjährigem Alter bei dem Mann gewohnt, der zwar keine gesetzliche Vormundschaft für sie hatte, aber gewissermaßen eine Vaterrolle eingenommen haben dürfte. Nach Angaben der Polizei sollen sie auch schon in jungen Jahren von ihm missbraucht worden sein, was irgendwann "zur Gewohnheit" geworden sein soll. Dass Anita K. aus der Dreiecksbeziehung ausbrechen wollte, nachdem sie sich neu verliebt hatte, dürfte der 54-Jährige "nicht verwunden" haben, so Oberst Franz Polzer im Dezember.

Die 23-Jährige zog aus dem gemeinsamen Haushalt aus und wollte sich noch ein letztes Mal mit dem Mann treffen, um finanzielle Angelegenheiten zu klären. Von diesem Treffen kehrte sie aber nicht zurück und meldete sich auch nicht wie vereinbart bei ihrem neuen Partner, weshalb dieser die Exekutive einschaltete.

Benzinkanister und Werkzeug beim Verdächtigen entdeckt
Den Ermittlungen zufolge reiste der 54-Jährige kurz nach dem Treffen in die Südslowakei, wo er laut Polizei "bei einem Brandgeschehen" beobachtet wurde. Auch eine Kontrolle der örtlichen Polizei habe es gegeben, bei der im Auto des 54-Jährigen zwei leere Benzinkanister, Werkzeug sowie ein Teppich entdeckt wurden. An der Brandstelle fanden die Ermittler eine ausgebrannte, mit Löchern präparierte Mülltonne im Wagen Haare der Getöteten.

Ein Geständnis legte der Verdächtige aber nicht ab. Bei den Befragungen schwieg er laut Ermittlern zu den Vorwürfen - und auch in einem abschließenden Schreiben vor seinem Suizid betonte er, dass dies kein Geständnis sei.

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