So, 19. November 2017

Geld zurück

04.01.2011 14:27

„Steuerlöscher“-Aktion brachte zuletzt 3,6 Mio. €

Die Arbeiterkammer (AK) und der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) in Salzburg beraten auch in diesem Jahr wieder Arbeitnehmer kostenlos, wie sie zu viel bezahlte Lohnsteuer zurückholen können. Im Vorjahr brachte die "Steuerlöscher"-Aktion ein Rekordergebnis von mehr als 3,6 Millionen Euro an Steuergutschriften. "Bei den rund 6.400 Beratungen wurden im Schnitt jeweils 480 Euro gutgeschrieben", schilderte AK-Steuerexperte Peter Lederer am Dienstag.

Diese Aktion wird seit einigen Jahren im Salzburger Land flächendeckend durchgeführt - wenn der Arbeitnehmer schon einer hohen Steuerbelastung ausgesetzt sei, dann solle er auch das Geld, das ihm zusteht, nicht dem Staat schenken, spornte Salzburgs AK-Präsident Siegfried Pichler zum Mitmachen an. Viele Arbeitnehmer wissen kaum Bescheid. "Das wollen wir von der Arbeiterkammer ändern," bekräftigt Pichler im "Krone"-Gespräch. Das "unfaire" Sparpaket der Regierung mache bei vielen Sozialleistungen Abstriche, "von einem gerechten Steuersystem sind wir nach wie vor weit entfernt".

Salzburger lassen im Jahr 20 Mio. € liegen
Mehr als 50 Berater wurden für den "Steuerlöscher" geschult - sie wissen, was der Steuerzahler alles abschreiben kann. Mit der Gutschrift könne zum Beispiel ein junges Ehepaar endlich eine Waschmaschine kaufen, veranschaulichte Lederer. "Leider lassen die Salzburger im Jahr noch immer rund 20 Millionen Euro an zu viel bezahlter Lohnsteuer beim Finanzminister liegen", sagte Pichler. Er bezeichnete die 3,6 Millionen Euro - immerhin um 800.000 Euro (30 Prozent) mehr als 2009 - als "kleines Konjunkturpaket für die Arbeitnehmer und die Wirtschaft in Salzburg".

Finanzbeamte helfen bei Serviceaktion mit
Damit kein Cent verloren geht, können alle Kammerzugehörigen vom Mittwoch bis zum 4. März beim AK-Servicecenter in Salzburg einen Beratungstermin unter der Hotline 0662/86 87 86 vereinbaren. Der Kunde bekommt dann eine Checkliste über die Abschreibmöglichkeiten und notwendigen Belege zugesandt. Bei den Beratungsgesprächen, die ab 1. März in der Arbeiterkammer Salzburg und in den Bezirksstellen stattfinden - es sind auch Finanzbeamte anwesend -, "machen wir mit den Kunden über FinanzOnline gemeinsam die jeweilige Arbeitnehmerveranlagung. Eine mögliche Gutschrift wird sofort berechnet", sagte Lederer.

Der Steuerexperte und Leiter der Aktion "Steuerlöscher" machte darauf aufmerksam, dass seit der Steuerreform 2009 auch Kinderbetreuungskosten als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar sind. "Das gilt für Kinder bis zum 10. Lebensjahr, pro Kind und Jahr sind das maximal 2.300 Euro." Die Veranlagungen werden übrigens bis einschließlich 2006 zurückberechnet. In 99 Prozent der Fälle gibt es auch eine Gutschrift. Die Aktion, die nicht für Unternehmer und Freiberufler, jedoch für freie Dienstnehmer gilt, endet Mitte Mai.

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