Di, 12. Dezember 2017

Nach Todesdrama

30.12.2010 09:52

Lawinen: Experten warnen vor der weißen Gefahr

Nach dem tödlichen Lawinenabgang im Mosermandlgebiet in Zederhaus (siehe Infobox) warnen die Experten vor der weißen Gefahr: Auch wenn "nur" Warnstufe 2 im Bundesland Salzburg gilt, sollten wegen der tückischen Schneelage Steilhänge mit mehr als 35 Grad Neigung gemieden werden. Die drei Skitourengeher aus Oberösterreich gerieten in eine "versteckte Falle".

Denn die Schneedecke auf den Bergen ist derzeit mehr als tückisch: So hat sich zwar der Schnee durch die warmen Temperaturen gut gesetzt. Verwehungen haben aber auch sogenannte Triebschnee-Stellen gebildet, die schon bei geringer Belastung abrutschen können. Generell gilt derzeit in Salzburg die Lawinenwarnstufe 2 - also mäßige Gefahr. "Aber eine Gefahr", mahnt Michael Butschek vom Lawinenwarndienst zur Vorsicht. "Auch wenn es nicht sehr viele Stellen sind, wo etwas passieren kann."

Gemeinsam mit seinem Kollegen Bernhard Niedermoser und drei Alpin-Polizisten aus dem Lungau machte Butschek sich am Mittwoch ein Bild vom Lawinen-Hang am kleinen Mosermandl. Dort fuhren am Dienstag Johann Wilflingseder (55) aus Grieskirchen und seine zwei Skitouren-Begleiter Wolfgang Z. (55) und Klaus E. (49) vom Gipfel in Richtung Urbankar ab, wo sie auf 2.300 Meters Seehöhe ein 50 Meter breites und 200 Meter langes Schneebrett auslösten. "Eine große Lawine. Der Hang war mit 37 Grad besonders steil", weiß Butschek.

55-Jähriger war zehn Minuten unter Lawine
Die drei Alpinisten waren sehr gut ausgerüstet, hatten ein Pieper bei sich, eine Sonde und eine Schaufel. Und obwohl sich die beiden ebenfalls teilweise verschütteten Kameraden selbst befreien konnten und sofort nach ihrem Kollegen suchten, war Wilfingseder knapp zehn Minuten unter der Lawine. Zu lange, der Oberösterreicher starb wenig später im Krankenhaus. In Grieskirchen herrscht große Trauer um den 55-Jährigen.

von Max Grill, Kronen Zeitung

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