Do, 23. November 2017

„Quasi einbetoniert“

28.12.2010 19:06

Skifahrer im Lungau bei Lawinenabgang getötet

Bei einem Lawinenabgang im Urbankar bei Zederhaus (Lungau) ist am frühen Dienstagnachmittag ein Skifahrer getötet worden. Der Wintersportler konnte zwar noch relativ schnell aus den Schneemassen geborgen werden, dennoch waren die Reanimationsbemühungen des Teams eines Notarzthubschraubers erfolglos. Die Lawine hatte den Oberösterreicher (55) quasi einbetoniert, ihm von der ersten Sekunde an die Luft genommen.

Neun Tourengeher waren am Dienstag im Lungau aufgebrochen, nur acht kehrten gesund zurück. Die Lawine im Urbankar war kurz nach 14 Uhr zwischen Kleinem und Großem Mosermandl gnadenlos, verschüttete den 55-Jährigen komplett und riss zwei weitere Kameraden mit sich. Während sich die anderen selbst befreien bzw. schnell geborgen werden konnten, bezahlte der Mann aus dem Bezirk Grieskirchen die Skitour mit seinem Leben.

Bergkameraden gaben alles für Verunglückten
"Als wir angekommen sind, waren seine Freunde bereits dabei, ihn zu reanimieren. Unser Notarzt Reinhard Lanzinger hat dann weitergemacht, bis wir im Krankenhaus Schwarzach waren", beschrieb der Pilot des "Alpin Heli 6", Martin Kröll, die Situation auf etwa 2.300 Metern Seehöhe. Die ganze Touren-Gruppe kämpfte um das Leben ihres Freundes, grub sogar einen Landeplatz für den Hubschrauber, während die anderen sein Herz massierten und ihn beatmeten. Rund zehn Minuten war der Mann wie einbetoniert unter den Schneemassen gefangen gewesen, Nase und Mund komplett mit Schnee verstopft, zu lange für seinen sonst unverletzten Körper.

Oberösterreicher hatte von Beginn an keine Chance
"Er hatte eine Körpertemperatur von 31 Grad, das war aber nicht das Problem. Sein Kaliumspiegel lag bei zehn, da hören wir normalerweise mit der Reanimation auf. Doch wir haben gewusst, dass seine Freunde gekämpft haben und machten weiter. Leider mussten wir um circa 16.30 Uhr aufgeben", so Professor Reinhard Lenzhofer vom Krankenhaus Schwarzach. Er musste am Dienstagabend noch die Angehörigen des Opfers benachrichtigen.

Laut Balthasar Laireiter von der Bergrettung ist die Lawinengefahr im Gebiet derzeit sehr hoch. Zu Weihnachten habe es bis in hohe Lagen geschneit, es seien zum Teil erhebliche Schneemengen gefallen, die durch den Wind stark verfrachtet worden seien. Dieser Schnee habe überhaupt keine Bindung zum Untergrund.

von Melanie Hutter (Kronen Zeitung) und salzburg.krone.at

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