Mo, 20. November 2017

Spektakulärer Fall

27.12.2010 17:03

Anklage gegen Frau wegen Kidnappings im Europark

Nach der spektakulären Kindesentführung in einem Salzburger Einkaufszentrum im vergangenen Juni erhebt die Innsbrucker Staatsanwaltschaft Anklage gegen die mutmaßliche Entführerin, eine 32-jährige Tirolerin. Die Anklage ist allerdings noch nicht rechtskräftig, auch einen Verhandlungstermin gibt es vorerst nicht. Das teilte der zuständige Staatsanwalt Hansjörg Mayr am Montagnachmittag mit. Der Frau drohen demnach wegen eines angeklagten Untreuedeliktes zudem bis zu zehn Jahre Haft.

Die 32-Jährige soll am 9. Juni im Einkaufszentrum Europark das drei Monate alte Kleinkind aus einem von der Mutter vor einer Umkleidekabine abgestellten Kinderwagen genommen und es in einen mitgebrachten Maxi-Cosi gesetzt haben. Dem Baby wechselte sie laut Staatsanwaltschaft anschließend die Kleidung, um dann zunächst in ihren Wohnort im Bezirk Kufstein zu fahren. Auf der weiteren Reise wurde sie schließlich in Bayern festgenommen.

Frau zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig?
Die Staatsanwaltschaft geht unter Hinweis auf die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens davon aus, dass die Angeklagte zum Tatzeitpunkt  zurechnungsfähig gewesen sei. Das Motiv für die Tat dürfte darin liegen, dass die Angeklagte ihren Freunden und ihrer Familie erzählt habe, schwanger zu sein und im April 2010 ihr Kind zu erwarten. Tatsächlich aber hatte die Angeklagte ein Kind verloren und dies ihrer Umgebung verheimlicht.

Anklage: "Deutlich über 50.000 Euro" veruntreut
Gegen die Frau war zum Zeitpunkt der Kindesentziehung bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs der Veruntreuung anhängig, auch diese Ermittlungen seien inzwischen abgeschlossen, hieß es. In der Anklage wird der Angeklagten daher weiters vorgeworfen, zwischen Sommer 2007 und Sommer 2009 Gelder eines früheren Arbeitgebers – "deutlich über 50.000 Euro" – veruntreut zu haben.

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