Mo, 23. Oktober 2017

Weil die EU pennt

22.12.2010 13:33

Bauern müssen zur Bank gehen und um ihren Lohn „betteln“

Zinsfreie Kredite bei der Raiffeisenbank - das ist alles, was Salzburgs Bauern angeboten wird, weil wichtige EU-Gelder weiter auf sich warten lassen. Zirka 400 Bauern sind betroffen, 300 alleine im Flachgau. Gerade vor Weihnachten ist das ein harter Schlag, denn die Rechnungen müssen natürlich trotzdem bezahlt werden.

Salzburgs Bauern arbeiten gut und hart - dass sie dafür auch bezahlt werden, dafür sorgen die AMA-Zahlungen, die einheitliche Betriebsprämie und die Almprämien. "Das sind keine Almosen, das ist ein Teil unseres Lohnes", betont Georg Eßl aus Kuchl vom Unabhängigen Bauernverband.

Warten mit fadenscheiniger Begründung
Die Begründung, warum die Landwirte immer noch auf ihr Geld warten müssen - es kann sogar bis April oder Juni dauern, eigentlich hätte es im Oktober ausbezahlt werden sollen - scheint fadenscheinig. Betroffen sind jene, die sich heuer stichprobenartigen Qualitätskontrollen unterzogen haben. Ihre Ergebnisse konnten - so die Ausrede - noch nicht bearbeitet werden, also gibt es kein Geld.

Bauern wollen nicht "zur Bank gehen und betteln"
Die fleißigen Landwirte haben also rein gar nichts falsch gemacht, das ist jenen, die Rechnungen einfordern, aber egal. Das Land Salzburg und Raiffeisen bieten den betroffenen Betrieben jetzt zinsfreie Übergangskredite an. Das stößt bei den Bauern aber nicht nur auf Gegenliebe oder gar Dankbarkeit. "Ich muss zur Bank gehen und betteln, damit ich mein ehrlich erwirtschaftetes Geld bekomme. Das geht mir gegen den Strich", klagt ein Landwirt aus dem Pinzgau.

Wann entlohnt die EU endlich wieder termingerecht?
Der Unabhängige Bauernverband rät, die Kredite in Anspruch zu nehmen, falls das Geld ausgeht oder gar Rechnungen nicht bezahlt werden können. Die Ideallösung für alle wäre aber, dass die Europäische Union unsere Bauern endlich wieder fair und termingerecht entlohnt.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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