Sa, 16. Dezember 2017

Mehr Kosten ab 2013

22.12.2010 17:14

Voest zahlt für Klimaschutz bald das Zehnfache

Die Europäische Union verschärft die Klimaschutz-Vorschriften für die Industrie ab 2013 massiv. Das wird zum Beispiel die Linzer Voestalpine mit etwa dem Zehnfachen der bisherigen Kosten für den Zukauf von CO2-Zertifikaten belasten – ohne dass mehr produziert oder die Umwelt mehr belastet wird.

Noch ist der Gesetzgebungsprozess auf EU-Ebene nicht abgeschlossen; die Neuregelung des Emissionshandels muss noch vom Parlament und vom Rat abgesegnet werden. Doch aufgrund von Meldungen deutscher Medien rechnet man in der Linzer Voest-Zentrale schon mit sehr hohen zusätzlichen Belastungen. "Diese lägen im Bereich der maximalen Annahmen, die es vor Beginn der Gespräche gab", so ein Voest-Sprecher.

Wer das Unternehmen gut kennt, kann die Lage durchaus etwas konkreter einschätzen: Derzeit "produziert" die Voest je Tonne Stahl etwa 1,6 Tonnen Kohlendioxid. Die neuen EU-Regeln für Stahlkonzerne werden aber ein CO2-Limit von 1,3 Tonnen festlegen. Zugleich wird der Preis für die zuzukaufenden Emissionsrechte von derzeit 15 auf schrittweise 30 Euro steigen.

Mehr als 100 Millionen Euro Mehrkosten
All das "läppert sich zusamnmen": Statt bisher etwa zehn Millionen Euro im Jahr werden die Linzer Stahlkocher ab 2013 mindestens das Zehn-, wenn nicht gar das Zwölffache für den Klimaschutz aufwenden müssen, kann man sich ausrechnen. Und das bloß für Emissionsrechte, nicht für tatsächliche Umweltinvestitionen.

Also mehr als 100 Millionen Euro Mehrkosten, wohlgemerkt ohne dass Produktion oder Verschmutzung zunähmen – und obwohl die Voestalpine in Linz ohnehin der sauberste Stahlerzeuger Europas ist und sogar schon den Werksverkehr optimiert, um noch mehr CO2-Emissionen einzusparen.

von Werner Pöchinger, "OÖ Krone"

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