Sa, 18. November 2017

Winterwetter

21.12.2010 12:29

Hunderte Menschen am Flughafen „gestrandet“

Hunderte Passagiere sitzen und saßen wegen des Schneechaos auf mehreren europäischen Flughäfen auch am Wiener Airport fest. Die Maschinen wären startklar, aber die Zieldestinationen dürfen nicht angeflogen werden. Die Airlines versorgen ihre "gestrandeten" Kunden, bieten Umbuchungen an oder organisieren alternative Reisemöglichkeiten.

"Von Sonntag auf Montag war der Höhepunkt. Etwa 1.000 Passagiere wurden von uns in Hotels in Wien und Umgebung untergebracht", sagte Michael Braun, Sprecher der AUA. Am Montag hatte sich die Situation etwas entspannt, und auch am Dienstag wurden wieder 95 Prozent aller Flüge abgewickelt. "Aktuell sind etwa 500 Passagiere bei uns 'gestrandet'", so Braun. Die betroffenen Reisenden waren auf dem Weg nach London, Frankfurt (Bild), Brüssel und Paris.

Sieben Abflüge aus Österreich, also 14 Verbindungen, hatte die AUA am Dienstag bis Mittag streichen müssen. Insgesamt waren fünf Verbindungen nach Frankfurt und drei nach London geplant. "Wir müssen Flüge absagen, die startklar wären. Das ist ärgerlich", sagte Braun. "Und gerade vor Weihnachten sind die Leute natürlich emotional groß betroffen."

Eisenbahn als Alternative für Festland-Destinationen
Die Airlines reagieren nicht nur mit Hotelunterbringungen und Umbuchungen, die AUA etwa versucht auch, ihre Fluggäste auf alternativen Wegen an ihren Bestimmungsort zu bringen. Das Angebot, mit der Eisenbahn die europäischen Festlandziele zu erreichen, werde sehr gut angenommen. Schwieriger gestaltet sich die Heimreise nach Großbritannien. Hier besteht laut Michael Braun die Möglichkeit, London-Passagiere nach München und von dort nach Manchester zu fliegen, wo sie dann in den Zug umsteigen können.

"Für Frankfurt ist noch keine Wetterbesserung in Sicht"
Bei Niki ("Flyniki") war Dienstag früh eine Verbindung - jene nach Frankfurt - gecancelt, je rund 80 Passagiere in beiden Richtungen mussten am Boden bleiben. Für den Nachmittag standen noch zwei weitere Flüge nach Frankfurt am Programm. Am Montag waren die Frankfurt-Flüge durchgeführt worden - vormittags mit etwa zweieinhalb Stunden Verspätungen, am Abend gab es rund zwei Stunden Wartezeit für die jeweils 120 Passagiere, sagte Andreas Gruber von Niki Ground Operations. "Für Frankfurt ist noch keine Wetterbesserung in Sicht. Alles andere läuft bei uns problemlos." Brüssel und London-Heathrow hat die Airline derzeit nicht im Angebot.

"Unprofessionelle Vorbereitung" auf Schneemassen
Die Schnee-Probleme führen Beobachter teilweise auf "unprofessionelle Vorbereitung" zurück. "Winterbetrieb ist machbar, das sieht man an Flughäfen wie Innsbruck und München oder zuletzt auch Wien." Auf den jetzt betroffenen Airports müssten allerdings sehr große Flächen geräumt, riesige Mengen an Enteisungsmitteln vorrätig gehalten und diese Arbeiten noch dazu im Schichtdienst durchgeführt werden, hieß es einschränkend.

Mit 500 Mann gegen Schnee und Eis in Schwechat
Was den Kampf gegen Schnee und Eis betrifft, sei der Flughafen Wien mit einem starken Team "gut aufgestellt": Der Winterdienst umfasst 500 Mann, die als ständige Mitarbeiter mit den Gegebenheiten vertraut und im Bereitschaftsdienst organisiert sind. Sie werden im Fall des Falles per SMS alarmiert, sodass der Einsatz zehn Minuten nach der ersten Belagsbildung starten kann.

250 Personen stehen für die Schneeräumung von Vorfeld und Pisten zur Verfügung - zu räumen sind 2,3 Millionen Quadratmeter Fläche, "das sind 320 Fußballfelder", veranschaulichte der Sprecher. Die andere Hälfte ist zur Enteisung der Flugzeuge eingeteilt. Der Fuhrpark des Winterdienstes umfasst 72 Fahrzeuge, 18 davon zum Enteisen.

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