Fr, 24. November 2017

„Oh Tannentrauma“

20.12.2010 18:24

Experte gibt Tipps gegen üble Weihnachts-Krisen

Weihnachtsdramen unterm Tannenbaum gibt es auch unter Fichten – der Salzburger Seelen-Experte Dr. Manfred Stelzig hat dazu ein Buch geschrieben. "Ein Leitfaden auch zur Vermeidung dieser Festtags-Katastrophen", sagt der Psychosomatik-Primar, der vor der weihnachtlichen "Konflikt-Lupe" warnt.

"Krone": Herr Primar, das Tannentrauma ist ein Tribut an die hektisch-moderne Zeit?
Dr. Manfred Stelzig: Irgendwie schon, wenn ich an meine Kindheit in Wien denke. Kaum Geschenke-Stress, der Second-Hand-Laden mit den Skiern - und alles doch schön.

"Krone": Die Flucht nach New York oder Thailand ist ein Ausweg?
Stelzig: Nicht wirklich, eher gar nicht, weil die wenigsten der Tradition entkommen. Die schmücken dann in Asien am Ende eine Palme mit Algen. Im Ernst: Dem Problem, dass unter der der großen Weihnachtslupe die Ideale und Konflikte des Jahres aufblühen, kann man mit einem Ortswechsel kaum entkommen.

"Krone": Ihr Buch, mit Co-Autor Christian Ankowitsch verfasst, wäre eine Art präventives Geschenk?
Stelzig: Könnte man absolut sagen, ja. Um Mechanismen aufzudecken, ehe der Wahnsinn mit dem Feiertagsstress überhandnimmt.

"Krone": Gibt es ein Patentrezept, um all dem zu entkommen?
Stelzig: Es geht um drei wesentliche Punkte: 1) In der Familie klar kommunizieren, was man will. Damit Heiligabend nicht zum Machtkampf ausartet sondern Harmonie hat. 2) Das soziale Atom und die Beziehungen ringsum. Wem will ich was warum schenken, was verbindet mich dabei mit wem? Und drittens) Sich auch der Transzendenz des Festes widmen - es geht um Erlösung, wovon möchte ich mich und andere erlösen? Um Romantik, Liebe. Wohl auch ein wenig darum, Kind zu sein.

"Krone": Tipps, die sie selber auch beherzigen?
Stelzig: Ja schon, ich glaube, wir haben das in der Familie ganz gut entwickelt. Wie immer in meinen Büchern geht es auch um eigene Erfahrung und Bewältigung.

"Krone": Ihre Impressionen vom heurigen Advent?
Stelzig: Dass es zum Beispiel schon schlimmer war, dass die Musik in den Einkaufstempeln nicht mehr so laut und eintönig ist. Man könnte meinen, ein bisserl Einkehr ist schon spürbar.

von Roland Ruess, Kronen Zeitung

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