Sa, 25. November 2017

Iraner verurteilt

15.12.2010 12:23

Zwei Teenager im Pinzgau geschändet - 18 Monate Haft

Auf dem nächtlichen Nachhauseweg vergewaltigt zu werden, ist wohl der Albtraum jeder Frau - zwei Teenager im Alter von 16 und 19 Jahren mussten diese grausame Erfahrung heuer im Pinzgau machen. Der mutmaßliche Täter, ein 33-jähriger Küchenhelfer aus dem Iran, gestand am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg zwar die Vergewaltigung und Nötigung der 19-Jährigen vom 23. Mai in Kaprun ein, stritt den sexuellen Übergriff auf die 16-jährige Schülerin am 22. Juli in Zell am See aber ab. Er erhielt - nicht rechtskräftig - 18 Monate unbedingte Haft.

Die Vorgehensweise des Täters war stets die gleiche: Die jungen Frauen gingen von einem Lokalbesuch allein heim, als sie plötzlich von hinten zu Boden gerissen wurden. Der vorerst unbekannte Mann zog ihnen die Hose und Unterhose vom Leib und "nötigte sie zur Duldung einer dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung", wie es Staatsanwaltschaft Michael Schindlauer am Mittwoch formulierte. Der Angeklagte nahm das Urteil an, dem Staatsanwalt war die Strafe bei einem Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft aber zu mild. Er meldete Berufung an. Deshalb ist der Schuldspruch, der im Sinne der Anklage erfolgte, nicht rechtskräftig.

Angeklagter: Zu viel Wodka und Bier getrunken
Der Iraner hält sich seit sechs Jahren in Österreich auf und wurde als Flüchtling anerkannt. Die Vergewaltigung in Kaprun begründete er mit seinem Alkoholeinfluss: "Ich habe vorher ein Drittel einer Flasche Wodka und drei Bier in einer Disco getrunken. Auf einmal ist passiert, was nicht passieren sollte. Es war ein Fehler, ich gebe es zu." Laut Anklage versetzte er der Einheimischen auch Faustschläge. Sie wehrte sich mit den Absätzen ihrer Schuhe. Auf den "High Heels" wurde eine DNA-Spur sichergestellt.

Erneuter Übergriff bringt Polizei auf die Spur
Zu einem erfolgreichen DNA-Abgleich kam es allerdings erst nach dem zweiten Vorfall in Zell am See. Der Täter hatte der 16-jährigen Schülerin aus Niederösterreich nach der Vergewaltigung gegen 5.45 Uhr auf der Seepromenade das Handy entrissen. "Damit sie keine Hilfe holen konnte", warf ihm Senatsvorsitzender Roland Finster vor. "Ich habe ihr das Handy nicht weggenommen und mich auch nicht an ihr vergangen. Ich riss ihr nur die Hose herunter, berührte sie am Hinterteil und flüchtete", meinte der Iraner.

Das Mädchen hatte jedoch den genauen Tathergang der Polizei und dem Gericht geschildert. Ein Ehepaar, das damals im See schwamm, eilte der verletzten Ferialpraktikantin zu Hilfe und alarmierte die Einsatzkräfte. Der Iraner wurde noch am selben Tag ausgeforscht.  Die DNA-Spur auf dem Mobiltelefon stimmte mit der DNA auf den Schuhen des ersten Opfers überein. Den Abgleich machten die Ermittler, als der Verdächtige bereits in U-Haft in der Justizanstalt Salzburg saß.

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