Di, 17. Oktober 2017

Raub der Flammen

13.12.2010 19:34

Bauernhof in Brand – Familie kann über Terrasse flüchten

Schon wieder hat es einen schwerer Schicksalsschlag für eine Familie aus Bad Dürrnberg gegeben: Vor drei Jahren wurde die Mutter bei einem Camping-Unfall so schwer verletzt, dass sie seither im Rollstuhl sitzt. Jetzt brannte das erst kürzlich behindertengerecht umgebaute Haus des Paares und seiner zwei Kinder aus.

„Feuer, Feuer, wir müssen raus hier!“ Der 50-jährige Johann R., seine 37-jährige Frau Sabine und ihre Söhne Philipp und Lukas (sechs und zehn Jahre alt) bemerkten die Flammen, die am Sonntag kurz vor 16 Uhr aus dem Heizraum ihres Hauses in Oberplaick in Bad Dürrnberg schlugen, gerade noch rechtzeitig. Die Familie konnte über die Terrassentür ins Freie fliehen.

Erste Löschversuche mit Gartenschlauch
Mittlerweile hatten auch Nachbarn, darunter der Kommandant des Löschzugs Bad Dürrnberg, Josef Brüggler, den dichten Rauch gesehen. Sie eilten der Familie zu Hilfe. „Ich schnappte mir einen Gartenschlauch und versuchte die Flammen einzudämmen“, so Brüggler.

Wenig später trafen seine Kollegen sowie die Feuerwehr aus Hallein ein. „Zwei Atemschutztrupps drangen bis zum Heizraum vor. Sie konnten den Brand rasch löschen“, erklärt der Halleiner Feuerwehrkommandant Otto Miller. Trotzdem: Das Gebäude wurde arg in Mitleidenschaft gezogen und ist nicht mehr bewohnbar.

Die Familie steht damit kurz vor Weihnachten ohne ein Dach über dem Kopf da. Dabei hatte sie erst vor drei Jahren einen schlimmen Schicksalsschlag verarbeiten müssen. Sabine R. war damals beim Campen von einem umstürzenden Baum so schwer verletzt worden, dass sie seither im Rollstuhl sitzt.

"Brauchen eine barrierefreie Wohnung"
Halleins Bürgermeister Christian Stöckl vermittelte der Familie noch am Sonntag ein Zimmer im Hotel Neuhäusl am Dürrnberg. Doch dort kann sie nicht lange bleiben. „Wir brauchen eine barrierefreie Wohnung. Ideal wäre auch eine befahrbare Dusche, damit ich mit dem Rollstuhl hinein kann“, bringt Sabine R. unter Tränen hervor. „Ich bin zuversichtlich, dass wir rasch ein geeignetes Objekt finden“, spendet Bürgermeister Christian Stöckl so gut es geht Trost.

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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