Do, 23. November 2017

Nach Menzel-Abgang

11.12.2010 23:11

„Brustzentrum nicht ruinieren“ - 1.600 unterschrieben

Brustkrebs ist eine dramatische Erkrankung - deshalb sollen Patientinnen auch nach dem Abgang von Primar Christian Menzel (Bild) ausschließlich in der Abteilung für "spezielle Gynäkologie" behandelt werden. Das verlangt eine Initiative, die im Jänner mit Landeshauptfrau Burgstaller verhandelt: "Ruiniert die Abteilung nicht!"

"Wir halten nichts von den Vorschlägen der Landeskrankenhaus-Leitung", so Brita Pohl, die mit betroffenen Patientinnen heuer bereits 1.650 Unterschriften für das Weiterbestehen der Abteilung gesammelt hat. Die "spezielle Gynäkologie", das Lebenswerk von Christian Menzel, darf, so wollen es unzählige Patientinnen, denen dort geholfen wurde, keinesfalls ruiniert werden. Der Abteilung wurden, unter kräftiger spitalsinterner Mithilfe, zuletzt mehrere Zertifikate aberkannt: "Wie kann man nur so agieren", ist Brita Pohl hellauf entsetzt.

"Unter Mithilfe der Politik ruiniert"

"Auf der einen Seite wird eine erfolgreiche Abteilung mutwillig, auch unter Mithilfe der Politik, ruiniert. Dann darf man sich nicht wundern, wenn Brustkrebs-Patientinnen nach Linz, Innsbruck oder München abwandern", erkärt sie. Dazu gab es zuletzt heftige Kritik an den Behandlungsmethoden von Brustkrebs-Patientinnen in anderen Spitals-Abteilungen: Dort verabreichte man etwa einer Patientin zusätzlich zur "Chemo" Cortison und "vergaß" monatelang auf die Erstellung eines Blutbildes.

Außerhalb der "speziellen Gynäkologie" verloren
Brita Pohl: "Ich höre immer wieder Klagen von Patientinnen, die sich außerhalb der 'speziellen Gynäkologie' vollkommen verloren fühlen." Sie erneuert deshalb die Forderung im Namen von 1.650 Patientinnen, die zu mehr als 90 Prozent in der bisherigen Menzel-Abteilung geheilt wurden: "Auch die Therapie eines Mammakarzinoms muss sinnvollerweise bei der Abteilung für 'spezielle Gynäkologie' bleiben, so wie das ja auch bisher schon der Fall war."

Noch im Jänner will Brita Pohl darüber mit der Landeshauptfrau sprechen: "Es darf auf keinen Fall passieren, dass die bisher so erfolgreiche Behandlung von Mammakarzinom-Patientinnen durch den mutwilligen Entzug von Zertifikaten und politisch geduldete Machtspiele auf dem Rücken der Patientinnen in Salzburg zweitklassig wird."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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