Mo, 20. November 2017

Neuer Fahrplan

11.12.2010 11:57

1,8 Millionen Öffi-Kilometer im Land eingespart

Die Direktverbindung Linz-Graz ist das prominenteste Opfer gewesen: 1,8 Millionen Öffi-Kilometer sind dem Sparstift zum Opfer gefallen. Ab 13. Dezember gelten in Oberösterreich die neuen Fahpläne für öffentliche Verkehrsmittel. Kaum ein Bezirk blieb von den Einsparungen des Landes verschont. Vereinzelt gab es aber auch Korrekturen in letzter Minute.

Die Vorzeichen waren keine guten: Elf Millionen Euro muss der für den öffentlichen Verkehr zuständige Landesrat Hermann Kepplinger (SPÖ) mit Kürzungen heuer einsparen, die mit Beginn des "Fahrplanjahres" am 13. Dezember wirksam werden. Ergebnis: Nicht weniger als 500.000 Kilometer Zugverbindungen und 1,3 Millionen Buskilometer fielen dem Sparstift des Landes zum Opfer.

Für die meisten Schlagzeilen sorgte aber eine wegen zu geringer Auslastung vorgenommene Maßnahme der ÖBB: Das Aus für die Intercity-Direktverbindung Linz-Graz. Am Sonntag geht die letzte "schnelle" Garnitur auf Schiene. Reisende zwischen den beiden Städten müssen nicht nur in Selzthal umsteigen, sie brauchen dann auch mindestens drei Stunden und 20 Minuten für die Fahrt – um 30 Minuten länger als vorher.

Mühlkreisbahn-Drama
Größtes Sorgenkind neben der Direktverbindung nach Graz ist die marode Mühlkreisbahn zwischen Linz und Aigen. Ab Montag werden unter anderem drei Kurspaare eingespart, zwischen Rottenegg und Linz-Urfahr wird der 15-Minuten-Takt auf 30 Minuten reduziert. Auf Fahrten verzichten müssen auch die Orte entlang der Donauuferbahn im Bezirk Perg sowie in Grieskirchen und Eferding, wo fast vier Prozent der Fahrplankilometer eingespart werden. Vom "Streichkonzert" massiv betroffen ist das Innviertel: So wird bis auf die Linie Ried-Salzburg der gesamte Samstags-Busverkehr in Ried und Schärding eingestellt.

Kaum Öffi-Einsparungen in Linz-Land
Zwei Lichtblicke für die Region gab es dennoch: Die Strecke der Salzburger Lokalbahn wird bis 2015 um drei Kilometer nach Ostermiething verlängert. Landesrat Kepplinger stellte zudem die Erstellung des lang geforderten Regionalverkehrsplanes bis Ende 2011 in Aussicht, der bessere Vertaktungen mit sich bringen soll. Weitgehend unangetastet blieb der Bezirk Linz-Land und dessen Hauptverbindungen im Zentralraum. Lediglich eine Eilzugverbindung zwischen Linz und Enns wurde eingestellt.

Erfolgreicher Protest
Dass Bürgerproteste erfolgreich sein können, zeigten zwei Korrekturen der Pläne, die in letzter Minute durchgeführt wurden: Nach Unterschriftenaktionen und Verhandlungen mit dem Land erreichten etwa die Bewohner der Altmünsterer Ortsteile Riendlmühl und Neukirchen, dass die Busverbindungen an Wochenenden nicht komplett gestrichen, sondern durch Rufbusse ersetzt werden. Auch die Abfahrtszeiten eines Regionalzuges von Linz nach Bad Hall wurden nach hinten verlegt, da sonst 70 Personen in der Landeshauptstadt keinen Anschluss vorgefunden hätten.

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