Mi, 13. Dezember 2017

Grüne Pläne

10.12.2010 12:24

ÖVP gegen Windräder auf Linzer Dächern

Die Grüne Umweltstadträtin Eva Schobesberger möchte mit Kleinwindkraftanlagen auf den Dächern von Linz ökologisch Strom erzeugen. Die ÖVP bezweifelt die Effizienz der Windräder im bebauten Gebiet. Derzeit prüft der städtische Energieversorger Linz AG Standorte für ein Pilotprojekt.

Im Laufe des kommenden Jahres soll eine Testanlage starten, so Bernd Freisais von der Linz AG. Eine mögliche Heimat für das erste Windrad wäre der Wissensturm. Dort erschweren aber Antennen und Bauten auf dem Dach das Vorhaben. Das Projekt sei mit 20.000 bis 25.000 Euro budgetiert.

Der Rotor des Windrades hat vier Meter Durchmesser, die Höhe der Vertikalanlage ist je nach Mast acht bis zwölf Meter, hieß es seitens der Erzeugerfirma Silent Future Tec. Die Jahresleistung bei einer Windgeschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde schätzte Broser auf 4.000 Kilowatt, damit könne ein Drei-Personen-Haushalt versorgt werden. Die Leistung aus der Windkraft soll in das Netz der Linz AG eingespeist werden. Seit Jahresanfang werde auf dem Dach des Donauplex-Kinos in Wien erstmals in Österreich getestet, bis März werde die Auswertung vorliegen, so Broser.

Ängste der Anwohner vor steigender Lärmbelastung will Schobesberger nicht gelten lassen. Die Kleinanlagen hätten mit den großen Windrädern in der Landschaft nichts zu tun. Sie könnten mit Turbulenzen besser umgehen, bräuchten weniger Wind und seien sehr leise, führte Schobesberger an. Im Geräuschpegel einer Stadt höre man das gar nicht, bestätigte Broser.

ÖVP gegen Windräder
Der Linzer ÖVP-Klubobmann Klaus Fürlinger sieht wenig Chancen für das Projekt. Er zitierte aus einer Studie des deutschen Umweltministeriums, wonach Windkraftanlagen in bebauten Gebieten kaum wirksam einsetzbar seien. Das weitaus höhere Potenzial sieht der Politiker derzeit im Einsparpotenzial in den Linzer Haushalten mittels Wärmedämmung und Energieeffizienz.

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