Mi, 22. November 2017

Prozess in Ried

09.12.2010 13:45

„Ex“ erkannte Bankräuber an seinen O-Beinen

Ein Bankräuber ist am Donnerstag im Landgericht Ried im Innkreis - nicht rechtskräftig - zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Angeklagt war er wegen insgesamt drei Überfällen, wobei zwei lediglich als Versuch gewertet wurden, weil er dabei leer ausging. Überführt wurde er durch Bilder aus den Überwachungskameras. Seine Ex-Freundin hatte ihn in einem Fall anhand seiner Statur und seiner O-Beine erkannt.

Der Angeklagte, der seit Juli in Untersuchungshaft sitzt, gab die beiden versuchten Banküberfälle zu. In Bad Füssing in Bayern und in Ried im Innkreis war er im März und Juli dieses Jahres leer ausgegangen. Die Bankangestellten hatten sich schlicht geweigert, ihm Geld zu geben. Beim Versuch im Innviertel hatte er gesagt: "Es war nur Spaß", bevor er das Geldinstitut verließ. Maskiert war er jeweils mit Sonnenbrille und Kapuze, bewaffnet mit einer Spielzeugpistole.

Raub konnte nicht nachgewiesen werden
Der Raub im Oktober 2009 in Ried konnte ihm allerdings nicht nachgewiesen werden. Damals war ein Täter in gleicher Aufmachung wie der Angeklagte bei den beiden Versuchen in die Bank gekommen. Er hatte ein Plastiksackerl mit einer Schuhschachtel mit und behauptete, darin sei eine Bombe. So erbeutete er 5.500 Euro. DNA-Spuren konnten dem 55-Jährigen nicht eindeutig zugeordnet werden. Auch die Ex-Freundin war sich in diesem Fall nicht sicher, ob ihr früherer Partner der Bankräuber sei. Darum wurde er in diesem Fall freigesprochen.

Ältere Strafe wird nun auch fällig
Der Mann war ein Spieler, hatte 80.000 Euro Schulden und im März 2009 seinen Job verloren. Aus einer früheren einschlägigen Verurteilung, die er aufgrund einer Amnestie nicht vollständig absitzen musste, waren noch ein Jahr und fünf Monate Haft offen. Damit ergab sich für den Verurteilten eine Gesamtstrafe von vier Jahren und fünf Monaten. Sein Verteidiger hat berufen, die Staatsanwaltschaft keine Erklärung abgegeben.

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