Di, 17. Oktober 2017

Kein gutes Geschenk

06.12.2010 19:06

Illegaler Welpen-Verkauf – viele Hunde krank

Die Tierrettung schlägt Alarm: An den Adventwochenenden sind wieder vermehrt Händler aus der Slowakei und aus Ungarn unterwegs, die illegal aus dem Kofferraum heraus Welpen verkaufen. Die Hunde sind weder geimpft, noch gechipt. Viele sind bereits krank. Außerdem wurden sie viel zu früh von der Mutter getrennt.

„Wir verfolgen die Angebote im Internet. Im Moment fahren jedes Wochenende sechs Händler mit jeweils bis zu zehn Welpen im Auto nach Salzburg und ins angrenzende Bayern“, berichtet Tierrettungs-Chef Manfred Ehgartner.

Erst am Sonntag kam es nahe des Flughafens zu einer Übergabe: „Wir haben einen Test–Kauf organisiert. Wir wollten wissen, in welchem Zustand die Welpen sind“, so Ehgartner. Der slowakische Züchter hatte vier Pekinesen und vier Chihuahuas, eingepfercht in engen Kisten, dabei. Ehgartner entschied sich für eine Chihuahua-Dame. Und der Tierarzt stellte fest: Der Hund ist krank, auch mit seinem Gebiss stimmt etwas nicht. Darüber hinaus ist der Welpe maximal sechs Wochen alt. In Österreich darf man die Tiere erst ab einem Alter von zwei Monaten von der Mutter entfernen.

Ehgartner rechnet damit, dass mindestens 600 Welpen vor Weihnachten illegal nach Österreich gebracht und verkauft werden. „Wir haben den Chihuahua für 400 Euro bekommen. Bei einem heimischen Züchter zahlt man 1.300 Euro. Deswegen greifen so viele Menschen auf dieses illegale Angebot zurück. Dabei bekommen sie in vielen Fällen einen kranken Hund, mit dem sie ständig zum Tierarzt müssen.“

Die Polizei ist gegen die Transporte relativ machtlos. Im vergangenen Jahr wurden zwar einige Welpen beschlagnahmt und die Händler mit einer Geldbuße belegt. Doch abschreckend wirkten diese Maßnahmen nicht. Der Welpen-Verkauf ist noch immer ein lukratives Geschäft. Und gerade in der Vorweihnachtszeit gehen die kleinen süßen Hunde „weg wie die warmen Semmeln“, wie Ehgartner weiß.

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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