Mo, 11. Dezember 2017

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04.12.2010 22:11

Udo Jürgens: "Es schaut aus wie Hollywoodkino"

Der Sänger und Komponist Udo Jürgens (76) ist begeistert über die fortschreitende Verfilmung seines autobiografischen Bestsellers "Der Mann mit dem Fagott". Für Jürgens sieht der Film "nicht aus wie eine österreichische oder deutsche Fernsehproduktion. Es schaut aus wie Hollywoodkino".

Jürgens, der dem Vernehmen nach die Drehs unter der Leitung von Regisseur Miguel Alexandre sehr intensiv - also fast täglich - begleitete, will auch die Filmmusik komponieren. Vor der Aufgabe, 120 Minuten Film zu vertonen, ließ Jürgens jedoch auch Respekt erkennen: "Wenn ich spüre, ich kann die Musik nicht in diesem Bogen schaffen, bin ich der Erste, der sagt, holen wir einen Komponisten dazu. Aus Eitelkeit werde ich nicht sagen, alles muss von mir kommen."

Die Besetzung der österreichisch-deutschen Koproduktion (ARD und ORF sind beteiligt), die er selbst mit aussuchte, ist für Jürgens gelungen. David Rott, der ihn selbst verkörpert, erinnere ihn sehr an sich selbst: "Er lässt für mich wirklich meine Jugend wieder auferstehen." Besonders angetan zeigte er sich von Christian Berkel, der seinen Großvater Heinrich Bockelmann spielt: "Er muss in der Psyche passen, in der Sensibilität und in der Gesinnung", so Jürgens.

Großvater von Fagottisten inspiriert
Sein Großvater darf auch ohne Weiteres als spannendste Figur der Familiengeschichte bezeichnet werden. Inspiriert von einem Fagottisten, der eine russische Weise spielte, wanderte er Ende des 19. Jahrhunderts nach Russland aus und machte dort sein Glück als führender Bankier des damaligen Weltreiches, erzählte Jürgens: "Er ist am Zarenhof aus und ein gegangen. Die Romanows haben ihr Geld auf seiner Bank gehabt. Mein Großvater hat ein Leben geführt, das kann man sich nach heutigen Begriffen gar nicht mehr vorstellen." Bei seinen Recherchen für das Buch in Moskau stieß er auch außerhalb der Archive auf Spuren des Wirkens von Heinrich Bockelmann: "Das Bankhaus, das er gebaut hat, ist heute das Außenhandelsbankhaus von Moskau."

Die große Zeitspanne, die "Der Mann mit dem Fagott" auf 700 Seiten abdeckt, sah Jürgens als größtes Hinderns bei der Verfilmung. "Ich hielt das eigentlich für nicht machbar", gestand er ein.

Rott, der den jungen Udo spielt, bekam angesichts der Zusage zunächst weiche Knie, wie er einräumte. "Ich habe Udo am Anfang der Dreharbeiten nicht erlaubt, mit ans Set zu kommen, weil er mich nervös gemacht hat." Er zeigte sich jedoch begeistert von der Zusammenarbeit mit Jürgens: "Wenn man bedenkt, in welcher Höhe dieser Mensch agiert, nimmt er sich nicht sehr wichtig. Er ist sehr bescheiden und sehr nett."

Der Drehschluss für "Der Mann mit dem Fagott" erfolgt dieser Tage. Ausgestrahlt werden soll er am 30. September 2011, dem 77. Geburtstag von Jürgens, sagte ORF-Filmchef Heinrich Mis.

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