Fr, 20. Oktober 2017

EU pflanzt Landwirte

02.12.2010 18:45

Salzburger Bauern wollen endlich ihr Geld bekommen

Ausgerechnet vor Weihnachten werden die Salzburger Bauern nach einem ohnehin schwierigen Jahr von der Europäischen Union "gedemütigt", wie es die Betroffenen ausdrücken. Im November sind die Ausgleichszahlungen nicht überwiesen worden - in Salzburg für Hunderte Familien ein harter Schlag. Unsere Bauern wehren sich und stellen in der "Krone" ein Ultimatum.

Salzburgs Bauern werden streng kontrolliert - das ist auch gut so. Doch ausgerechnet jene, die heuer im Stichprobenverfahren unter die Lupe genommen wurden, schauen jetzt bei den EU-Ausgleichszahlungen durch die Finger. "Begründet hat man das mit einer neuen Verordnung. Wer kontrolliert wurde, bekommt sein Geld erst im März 2011 und das nur vielleicht. Wer nicht kontrolliert wurde, hat es schon", ärgern sich Johanna Gerhalter (Bild), Günter Rehrl, Johann Kohlbacher und Bertl Neubauer.

Keine Rückendeckung von Standesvertretung
Sie alle sind Bio-Bauern und aus Michaelbeuern. Die fleißige Bäuerin und dreifache Mutter hat daher eine Plattform (Kontakt: plattform.ama-auszahlung@gmx.at) ins Leben gerufen, durch die den Betroffenen geholfen werden soll, vor allem mit Informationen. "Denn diese oder gar Rückendeckung bekommen wir von unserer Standesvertretung nicht", klagt die Milchbäuerin.

Der Paragrafen-Dschungel der EU und die in den Keller gefallenen Preise für die Produkte der Bauern bringen viele Salzburger Familien zur Verzweiflung. "Wir haben ja nichts falsch gemacht und Leistung erbracht. Das Geld, das von der Agrarmarkt Austria (AMA) verwaltet wird, ist kein Almosen, sondern der Lohn für unsere Arbeit", unterstreicht Günter Rehrl.

"Wir wollen unser Geld heuer noch!"
Deshalb kalkulieren die Landschaftspfleger unserer Heimat berechtigterweise mit dem Zuschuss. "Bitter, wenn man Modernisierungen auf Eis legen muss. Wir fliegen ja nicht damit auf die Malediven", sagt Gerhalter. Das Weihnachtsfest lässt sich ihre Familie vom Amtsschimmel zwar nicht verderben, doch "wir wollen unser Geld heuer noch!"

Was die Betroffenen fordern, erklärt Bertl Neubauer: "Da uns die Standesvertretung mit Übergangskrediten abspeisen will, deren Zinsen die Steuerzahler zahlen müssten, fordern wir bis 20.12. zumindest 80 Prozent des Geldes, mehr und bessere Information und auch in den kommenden Jahren eine Auszahlung im Herbst. Wir wollen für unsere Arbeit entlohnt und nicht zum Bittsteller degradiert werden. Man nimmt uns Stolz und Würde damit."

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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