Mo, 20. November 2017

„Es war furchtbar!“

30.11.2010 09:16

Notlandung: Bange Minuten im Flieger für Saalfeldner

Notlandung einer AUA-Maschine in Minsk (Weißrussland): Die Piloten mussten in der Luft alle Notmaßnahmen einleiten, weil ein Fahrwerk-Sensor ausfiel. 81 Passagiere bangten eine Stunde lang um ihr Leben. Mario Schätzer aus Saalfelden: "Mein Puls war auf 150!" Die Landung verlief zum Glück glimpflich.

Wegen der starken Schneefälle startete der Flug "OS 689" am Sonntagabend in Wien schon mit großer Verspätung. "Wir hätten um 2 Uhr nachts landen sollen", erzählt Mario Schätzer aus Saalfelden. Der Controller arbeitet für ein großes österreichisches Unternehmen in Weißrussland und war gerade am Rückweg aus der Heimat. "Die Maschine ist plötzlich wieder durchgestartet, weil es Probleme mit dem linken hinteren Fahrwerk gab", schildert er die bangen Minuten.

"Einige haben zu beten begonnen"
Die 81 Passagiere durchlebten eine Stunde lang den Albtraum jedes Fluggastes: "Der Pilot hat mehrere Manöver durchgeführt, um das Fahrwerk in Gang zu bringen. Es hat uns alle in die Sitze gepresst. Einige haben zu beten begonnen", berichtete Mario Schätzer noch geschockt. Mit dem Flugzeug kreisten die Gedanken: "Ich habe mich gefragt, ob das jetzt wirklich alles war..."

Dann setzte die Maschine endlich am Flughafen Minsk zur Landung an: "Wir waren genau informiert", erzählte der Salzburger. Sie hätten gewusst, "schlimmstenfalls hätte das Fahrwerk brechen können". Die Momente wird er nie vergessen. "Mein Puls war auf 150. Die Stewardessen haben geschrien, dass wir mit den Köpfen runtergehen sollen", schilderte Schätzer und lobte gleichzeitig die Crew, die vorbildhaft reagierte.

Sensorproblem löste Alarm offenbar aus
Die Fokker 100 konnte schließlich ohne Probleme landen: "Das Fahrwerk war intakt. Wir gehen von einem Sensorproblem aus. Wenn das Signal im Cockpit ausfällt, muss der Pilot mit dem Worst Case rechnen und alle Notmaßnahmen einleiten", erklärte Austrian-Airlines-Sprecher Michael Braun. Die 81 Passagiere verließen das Flugzeug noch am Rollfeld. Mehrere Löschfahrzeuge empfingen die Maschine bereits und kühlten vorsichtshalber das Fahrwerk.

Nach der Horror-Nacht im Flugzeug konnte Mario Schätzer die Berichte in den weißrussischen Medien mitverfolgen: "Man glaubt irgendwie nicht, selbst einmal in so eine Situation zu kommen." Meiden kann der Österreicher mit Job in Minsk Flugzeuge nicht, das ungute Gefühl wird aber bleiben.

von Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
Symbolbild

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden