Fr, 20. Oktober 2017

"Total Happy"

25.11.2010 14:34

Familie Zogaj kehrt in altes Leben nach Frankenburg zurück

Die Familie Zogaj ist am Donnerstag - einen Tag nach ihrer Ankunft in Österreich - nach Frankenburg zurückgekehrt. Arigona hat bereits wieder die Schulbank gedrückt. Demnächst werden auch die beiden jüngeren Geschwister in ihre Klassen und die Mutter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, berichtete Christian Schörkhuber, Leiter der Flüchtlingsbetreuung in der Volkshilfe Oberösterreich. Die Familie, die nicht anwesend war, sei "total happy".

Die Zogajs, die am 15. Juli freiwillig in den Kosovo ausgereist waren, um einer Abschiebung zu entgehen, haben eine ereignisreiche Woche hinter sich: Am vergangenen Freitag seien alle nötigen Unterlagen für die Visa beisammen gewesen, am Montag seien die Anträge positiv beschieden worden, schilderte Schörkhuber. Am Mittwoch sei die Familie aus ihrer Unterkunft in der Stadt Peji nach Skopje gefahren, um die Papiere abzuholen und dann gleich weiter zum dortigen Flughafen, von wo es nach Wien ging.

Von Öffentlichkeit abgeschirmt
Nach Absprache mit der Flughafenverwaltung wurden die Ankömmlinge durch ein Seitentor "und nicht durch den VIP-Bereich" hinausgeschleust. Dann ging die Reise per Auto nach Linz, wo die Zogajs bei Freunden übernachteten. Arigona wollte nach einem Treffen mit Freundinnen am Mittwochabend "so schnell wie möglich wieder in die Schule". Mutter Nurie fuhr am Donnerstag mit den beiden kleineren Kindern nach Frankenburg in ihre Wohnung. Albona (10) und Albin (11) sollen spätestens am Montag wieder die örtliche Volksschule besuchen. "Die Familie fühlt sich wohl in Frankenburg" und habe dort Freunde, sagte Schörkhuber.

"Zerbrechlich und angeschlagen"
"Ich bin persönlich erleichtert", so der Flüchtlingsbetreuer. "Aber sie sind zerbrechlich, sie sind angeschlagen." Die Zogajs würden darum bitten, in Ruhe gelassen zu werden. Sie wollen auch nicht fotografiert werden. Sowohl Nurie als auch Arigona seien nach wie vor in medizinischer Behandlung und bräuchten Medikamente, um ein normales Leben führen zu können. Vor allem die Verfassung der Mutter, deren Suizidgefährdung immer wieder als Argument gegen eine Abschiebung angeführt worden war, "war für uns ein enormes Risiko". Positiv sei gewesen, dass sie bis zum Tag ihrer Abreise aus Österreich habe arbeiten können. "Das war ein größerer Stabilisator als alle Medikamente."

Zukunft noch ungewiss
Wie es mit der Familie weitergeht, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Schülervisa der Kinder können verlängert werden, Arigona würde nach diesem Schuljahr gerne eine Ausbildung als Krankenschwester beginnen, so Schörkhuber. Das Arbeitsvisum der Mutter, das auf sechs Monate befristet ist, könne bis Schulschluss verlängert werden, danach werde man sich um eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung bemühen. Zudem wäre die 18-jährige Arigona obsorgeberechtigt, "falls mit der Mutter irgendetwas ist".

Die Volkshilfe betonte, sie habe keinerlei finanzielle Unterstützung für die Familie im Kosovo bzw. die Reisekosten geleistet. Es gebe lediglich ein Spendenkonto, das vom Ungenacher Pfarrer Josef Friedl verwaltet werde. Auch der Rechtsanwalt der Zogajs, Helmut Blum, habe den Fall unentgeltlich betreut.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).