Do, 23. November 2017

Wachaubahn

25.11.2010 08:15

Gefährden Pläne für Zugverkehr das Weltkulturerbe?

Nicht nur um die Wachaubahn, sondern auch um die gesamte Weltkulturerbe-Region ist eine Diskussion entbrannt: Medienberichten zufolge will Wilfried Posch, Wachauberichterstatter des Unesco-Beraterkomitees "Icomos", einen kritischen Bericht bei der Unesco in Paris einreichen, weil er durch die Umstellung von Regelverkehr auf Tourismusverkehr einen Bruch der Unesco-Auflagen sieht. Stimmt nicht, ganz im Gegenteil", kontert VP-Landesrat Johann Heuras.

"Dadurch kommt es zu einer Abwertung und einem schweren Verstoß gegen die Welterbe-Konvention", wettert Posch. Dass eine möglich Aberkennung des Titels schwere Folgen für die ganze Region hätte, steht außer Zweifel.

Aufwertung durch neue Tourismustrecke?
Verkehrslandesrat Johann Heuras (VP) betonte hingegen am Mittwoch, dass das Land durch die Übernahme der Wachaubahn das Weltkulturerbe sichere. Ohne die Übernahme durch das Land wäre das Schicksal der Wachaubahn "mit 11. Dezember 2010 besiegelt gewesen und der gesamte Betrieb für immer eingestellt worden". Die Bahn-Infrastruktur gelte als Hauptkriterium für das Weltkulturerbe und werde ertüchtigt. Das gelte für Bahnhofsgebäude, Brücken oder Viadukte. Im Frühjahr 2011 soll der  Tourismusverkehr starten.

"Durch die neue Tourismusstrecke auf der Wachaubahn (siehe Infobox) wird das Weltkulturerbe sogar aufgewertet." Für das neue Gesamtverkehrskonzept für die Region werden Bahnhofsgebäude und Brücken saniert. Die Einwohner der Region bräuchten sich keine Sorgen zu machen.

In der Wachau unterwegs ohne Auto zu brauchen
Ziel sei immer gewesen, die Wachaubahn langfristig zu erhalten, so Heuras. Die Strecke werde Teil eines Gesamtverkehrskonzeptes, das u. a. eine Verknüpfung von Bahn, Bus, Schifffahrt, Fähren, E-Mobilität und Fahrrad vorsehe. "Künftig wird man in der Wachau öffentlich unterwegs sein können, ohne ein Auto zu brauchen." Die Strecke bleibe erhalten und hätte auch bei Hochwasser ihre Bedeutung. Denn im Fall des Falles könnte auf der Wachaubahn ein Not- bzw. Evakuierungsverkehr eingerichtet werden.

von Gernot Buchegger, Kronen Zeitung und noe.krone.at

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