Di, 17. Oktober 2017

"Drittes Auge"

24.11.2010 11:00

US-Künstler lässt sich Kamera in den Kopf einpflanzen

Der US-Künstler und Dozent Wafaa Bilal hat sich für ein ungewöhnliches Kunstprojekt eine kleine Kamera als drittes Auge in den Kopf pflanzen lassen. Die Kamera, etwa so groß wie das Zifferblatt einer Herrenarmbanduhr, sei in seinen Schädel eingesetzt worden, teilte der irakischstämmige Künstler am Dienstag mit.

"Ich habe mein normales Leben wieder aufgenommen, aber ich möchte mich ein bisschen erholen, bevor ich Interviews gebe", so Bilal. Der ungewöhnliche Eingriff sei Teil seines Kunstprojekts "The 3rd I". Es wurde vom Mathaf, dem arabischen Museum für zeitgenössische Kunst, in Auftrag gegeben, das im Dezember in der katarischen Hauptstadt Doha eröffnet wird.

"The 3rd I" ist ein Wortspiel: Es bedeutet "Das dritte Ich", könnte vom Klang her aber auch mit "Das dritte Auge" übersetzt werden. Die Kamera in seinem Kopf sei ein einziges Konzeptkunstwerk "in meiner eigenen, einzigartigen künstlerischen Sprache", erklärte Bilal.

Künstler erfreut über Diskussion
"Diese neue Installation wirft wichtige soziale, ästhetische, politische, technologische und künstlerische Fragen auf - und ich nehme mit Freude all die Diskussionen wahr, die es schon ausgelöst hat", fügte der 44-jährige Kunstdozent der New York University hinzu. Details will er aber erst am 15. Dezember in Katar bekannt geben. Dann starten auch die Ausstellung sowie die Website des Projekts (siehe Infobox).

Bilal wuchs im Irak auf und übersiedelte 1992 in die USA. Sein Bruder wurde 2004 bei einem US-Raketenangriff im Irak getötet. Das Ereignis verarbeitete Bilal in einer einmonatigen Ausstellung in Chicago, bei der er den Besuchern rund um die Uhr anbot, ihn mit Farbpatronen zu beschießen.

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