Mo, 11. Dezember 2017

"Krone"-Interview

23.11.2010 17:03

2012 kommt die "Rettungsgasse" für Notfälle

Ab 1. Jänner 2012 müssen Pkw-Fahrer auf den Autobahnen im Staufall eine "Rettungsgasse" für Einsatzfahrzeuge bilden. Die "Krone" sprach mit Rot-Kreuz-Bezirksrettungs-Kommandant Bernd Petertill (54) über die Änderung.

"Krone": Sie sind selbst mehr als 20 Jahre Notarztfahrer gewesen, was bedeutet die "Rettungsgasse"?
Bernd Petertill: Das war eine langjährige Forderung auch von uns. Auf den Autobahnen kommt man so schneller an den Unfallort.

"Krone": Der Pannenstreifen ist keine gute Rettungsgasse?
Petertill: Es gab bisher keine eindeutige Regelung. Immer wieder sind Autofahrer auf den Pannenstreifen ausgewichen. Oder defekte Autos blockieren dort den Weg .

"Krone": Jetzt also die verpflichtende Gasse rechts auf der rechten Seite der Überholspur.
Petertill: Diese Regel gilt schon in Deutschland oder der Schweiz. Viele Autofahrer machen die Gasse jetzt schon instinktiv. Es wird aber anfänglich sicherlich eine Umstellungsphase für die Autofahrer bei uns sein.

"Krone": Ist dem Roten Kreuz in Salzburg damit geholfen?
Petertill: Wir haben im Verhältnis relativ viele Autobahnkilometer im Bundesland. Durch diese neue Regelung gewinnen wir im Ernstfall einige Minuten. Zeit die lebensrettend sein kann.

"Krone": Könnte diese Regelung auch für das Stadtgebiet gelten?
Petertill: Es wäre förderlich, würden die Autofahrer im Notfall in der Mitte eine Rettungsgasse freihalten.

"Krone": Wie steht es um die Ausweich-Moral der Autofahrer generell?
Petertill: Prinzipiell ist diese nicht so schlecht. Das Problem ist oft, wohin ein Lenker eben ausweichen soll. Auch aus Platzgründen oder weil es bisher eben keine eindeutige Regelung gab.

"Krone": Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen bei Einsatzfahrten?
Petertill: Auch für Rettungsautos gilt die Straßen-Verkehrsordnung. Bei einer roten Ampel muss sich der Rettungsfahrer sehr wohl vergewissern, ob er durchfahren kann. Da kann es natürlich auch zu brenzligen Situationen kommen.

von Max Grill, "Salzburger Krone"

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