Di, 21. November 2017

„Krone“-Stippvisite

19.11.2010 16:37

Wie sich Salzburgs Flughafen vor Terroristen schützt

In Deutschland geht die Angst um - schlagen islamistische Terroristen demnächst zu? Bei einem "Krone"-Lokalaugenschein am Salzburger Flughafen zeigten Betriebsleiter Ing. Michael Günther und Polizei-Hofrat Bernhard Vouk, wie der Airport in Sachen Sicherheit aufgerüstet hat: "Ein Maximum für einen sicheren Flug."

Acht Euro Sicherheitsgebühr hebt der Flughafen Salzburg derzeit pro Passagier ein. Zur Spitze des Winter-Charterverkehrs werden auch heuer wieder 30.000 Urlauber erwartet. "Zur maximalen Sicherheit der Fluggäste werden alle Gepäckstücke in drei Ebenen kontrolliert", so Günther (Bild rechts). Bisheriger Rekord: 21.640 Koffer und Taschen an einem Tag, Skis und Skischuhe sind da noch nicht mitgerechnet. Taucht ein Problem auf, wandert das verdächtige Gepäckstück auf "Level 3" im Keller des Airports, danach nötigenfalls in den eigenen "Bombenraum". Die EU macht hier strikte Vorgaben, nicht ohne Kuriositäten: "Es ist sogar genau geregelt, wie groß der Fensterschlitz für die Passkontrolle sein darf", so ein Insider.

Unzählige Augenpaare auf Röntgenschirme fixiert
142 Securitas-Angestellte sitzen zudem an Röntgenschirmen. Am Monitor erscheinen dabei mehrmals täglich fiktive Kofferinhalte mit Waffen oder Sprengstoffen. "Ein Test", so Polizei-Hofrat Vouk (2. v.l.), "der zeigen soll, ob Bedrohungen auch als solche erkannt werden. Generell stellt das Innenministerium aber dazu fest: Es gibt bei uns keine aktuelle Bedrohung. Denkbar ist natürlich eine Einreise terrorverdächtiger Personen nach Deutschland von Österreich aus. Wir haben aber ein wachsames Auge darauf. Und es gibt da eine sehr gute Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg."

100-prozentige Sicherheit trotz allem nicht möglich
100-prozentige Sicherheit, das wissen auch die Experten, gibt es aber nicht: Wenn sich Tausende Passagiere in der Abflughalle tummeln, ist das für jeden Sicherheits-Fachmann ein Albtraum. Doch "seit dem Vorjahr ist ein sogenanntes 'Safety-Management-System' in Kraft. Stufe für Stufe wird dabei je nach Bedrohungslage reagiert. Das geht soweit, dass im Ernstfall bewaffnete Polizisten die Flughafen-Zufahrt sichern", so Vouk. "Wir tun alles, damit unsere Passagiere sicher abheben können", so Sprecher Alexander Klaus.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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