So, 22. Oktober 2017

Flotter hochfahren

17.11.2010 10:04

Computer sollen bald 100.000 Mal schneller booten

Neuartige Magnetbänder als Speicher sollen Computer in Zukunft blitzartig hochfahren lassen. Die Datenspeicher lassen sich gar noch rascher ablesen als bislang vermutet, wie Forscher der ETH Lausanne und des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) herausgefunden haben.

Für viele Menschen ist das Hochfahren des Computers ein lästiger Anfang ihres Arbeitstages: Bis alle Daten von der Festplatte auf den Arbeitsspeicher übertragen sind, können schon mal ein paar Minuten vergehen. Laut Schätzungen gehen dadurch jeden Tag hunderte Millionen Euro an Produktions- und Energiekosten verloren.

Abhilfe schaffen könnten sogenannte Racetrack-Speicher, wie die ETH Lausanne berichtet. Ähnlich alten Magnetbändern von Videokassetten, werden bei dieser neuartigen Methode Informationen auf winzigen Drähtchen abgelegt. Diese Informationen werden aber nicht mechanisch, sondern durch ein Magnetfeld verschoben.

Magnetische Trennwände
Damit kein Durcheinander entsteht, müssen beim Ablesen die einzelnen Informationsbruchstücke klar voneinander getrennt werden können. Ein Forschungsteam um Mathias Kläui von der ETH Lausanne nutzte nun eine Art magnetische Wirbel, um zwischen den einzelnen Informationsbits eine "Trennwand" aufzubauen.

Bis zu 100.000 Mal schneller
Wie die Forscher im Fachmagazin "Physical Review Letters" schreiben, zeigte sich dabei, dass das Ablesetempo von den Racetrack-Speichern sogar noch grösser sein könnte als bislang angenommen. Der Nutzer könnte bis zu 100.000 Mal rascher auf die Daten zugreifen als bei herkömmlichen Festplatten.

Viel Energie sparen
Racetracks würden den Forschern zufolge auch viel Energie sparen: Heutige RAM-Arbeitsspeicher müssen nämlich eine Million Mal pro Sekunde mit Strom versorgt werden. Allein um die Daten im Arbeitsspeicher zu halten, verbrauche ein Computer im Ruhezustand daher viel Energie. Mit Racetracks wäre dieser Verbrauch 300 Mal kleiner.

Erste Speicher in fünf bis sieben Jahren
Gemeinsam mit Wissenschaftlern des IBM-Forschungszentrums in Zürich wolle man nun einen Prototypen bauen. Bereits in fünf bis sieben Jahren könne ein derartiges Speichersystem auf den Markt kommen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).