Di, 21. November 2017

Wissenschaftspreise

13.11.2010 13:27

Anthropologin und Ex-Rektor der Boku ausgezeichnet

Das Land hat am Freitagabend an der Donau-Universität Krems die diesjährigen Preise für Leistungen in Wissenschaft und Erwachsenenbildung vergeben. Die Würdigungspreise für ihr Lebenswerk gingen an Maria Teschler-Nicola, seit 1998 Leiterin der Anthropologischen Abteilung im Naturhistorischen Museum Wien, Leopold März von der Universität für Bodenkultur und den Heimatforscher Bernhard Gamsjäger. Sechs Anerkennungspreise gab es für herausragende Projekte.

Laut Angaben der Donau-Universität umfasst die wissenschaftliche Arbeit von Teschler-Nicola ein breites Spektrum: von den bronzezeitlichen Gräberfeldern im Traisental, keltischen Knochenfragmenten in Roseldorf oder dem  "frühungarischen Reiter von Gnadendorf". Der gebürtigen Eggenburgerin gelang der Nachweis eines ersten Leprafalls im frühmittelalterlichen Österreich. Sie untersuchte auch die menschlichen Relikte aus der Höhle von Mladec (Lautsch), mit 31.000 Jahren der zweitälteste Homo Sapiens-Fund in Europa. Die Wissenschafterin widme sich aber auch der jüngsten Vergangenheit wie etwa den Aktivitäten der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums in Wien in der Zeit des Nationalsozialismus.

Leopold März, von 1993 bis 2003 Rektor der Universität für Bodenkultur (Boku), spezialisierte sich in seiner wissenschaftlichen Karriere auf die Gebiete Glykobiologie, Biotechnologie und Allergieforschung und konnte damit internationale Erfolge erzielen. Entscheidenden Einfluss auf die österreichische Forschungs- und Hochschulpolitik habe er als Vizepräsident der Österreichischen Rektorenkonferenz (heute: Universitätenkonferenz, uniko), als Mitglied und seit 2006 Präsident des Fachhochschulrats und als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Forschungsförderungsgesellschaft genommen. In Niederösterreich engagierte sich März auch als Präsident der Donau-Universität Krems.

Bernhard Gamsjäger, geboren 1949 in St. Pölten, befasst sich - insbesondere im Pielachtal - mit Heimat-, Regional- und Volksmusikforschung und ist Autor mehrerer Dokumentationen. Er erweiterte seine Forschungen auf die alevitische Kultur, nahm albanische Lieder auf, veranstaltete Multi-Kulti-Tage und initiierte Integrationsklassen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Durch die türkischen Schüler stieß er auf die große und damals noch im Verborgenen lebende alevitische Gruppe in St. Pölten.

Anerkennungspreise gingen an den Ägyptologen Roman Gundacker, die Mathematikerin und Medizintechnikerin Ursula Hofstötter, den Meteorologen und Experimentalphysiker Martin Winkler sowie an den Biologen und Betriebswirt Hermann Peyerl. Beatrice Hrusa und Roswitha Lukes wurden für ihr Engagement in der Stadtbibliothek Mistelbach und die Theatergruppe Spielfeld aus Lilienfeld mit dem Anerkennungspreis für Erwachsenenbildung ausgezeichnet.

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