Mi, 22. November 2017

System in der Krise

10.11.2010 09:34

Beruf des praktischen Arztes immer unbeliebter

Es krankt am Gesundheitssystem: „Man sollte hier nicht nur auf den Preis schauen“, meint der Arzt Michael Wehrl. Beim derzeitigen Abrechnungsmodus habe man wenig Zeit für die Patienten. „Durch ausführliche Gespräche kann man aber Beschwerden genauer erklären und so sogar unnötige Untersuchungen einsparen.“

Dr. Michael Wehrl ist seit 1987 praktischer Arzt in Wiener Neustadt – und das mit Leib und Seele. Er kennt die Probleme: „Die niedrigen Vergütungssätze bereiten mir und vielen Kollegen immer mehr Schwierigkeiten.“ Denn die Praxis muss finanziert werden – Angestellte, Miete sowie Verwaltungskosten sind zu berappen. Ärzte sind deshalb gezwungen, so viele Patienten wie nur möglich zu behandeln. Im Schnitt können das täglich bis zu 250 Menschen sein, in Grippezeiten sogar noch mehr.

Wehrl: „Beratungen für Patienten kommen im derzeitigen System zu kurz.“ Beinahe jeder Kassenmediziner habe bereits einen Nebenjob als Rettungs-, Schul- oder Betriebsarzt, um sich die Praxis leisten zu können. Dr. Wehrl: „Zuerst kommt der Patient, dann der Spargedanke.“

von Lukas Lusetzky und Helmut Horvath, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden