Sa, 25. November 2017

Brückendilemma

09.11.2010 16:57

Alle drei Linzer Donauübergänge sind Problemfälle

"Wenn das so weiter geht, ist die Donau bald eine echte Trennlinie", unken manche bereits in Linz. Fakt ist: Alle drei Donauübergänge der Landeshauptstadt sind – oder werden in absehbarer Zeit – zu Problemfällen. Am Vordringlichsten natürlich die Eisenbahnbrücke, deren Zukunft auch ein Jahr, nachdem das bereits zweite Gutachten der TU Wien zum Schluss gekommen ist, dass ihre Lebensdauer Ende 2012 abläuft, weiter völlig offen ist.

Aber auch auf der Nibelungenbrücke drohen Verkehrsbehinderungen durch eine geplante Verbreiterung. Am schlimmsten jedoch droht das Verkehrschaos zu werden, wenn 2016 auch die Autobahnbrücke saniert werden muss.

Nibelungenbrücke - Verbreiterung geplant
45.000 Fahrzeuge fahren täglich über die Nibelungenbrücke. Auf sie kommen 2012 harte Zeiten zu. Derzeit ist geplant, die Brücke um je 80 Zentimeter auf beiden Seiten zu verbreitern. "Da wird es nicht ausbleiben, dass auch die Fahrspuren verengt werden müssen", weiß der Linzer Verkehrsreferent Klaus Luger. Der aber, um die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten, die Verbreiterung in zwei Etappen prüfen lässt. So sollte erst flussabwärts, ein Jahr später flussaufwärts, der 80 Zentimeter breite Steg angehängt werden. Dann wären die Arbeiten in je drei Monaten erledigt, und die Brücke nicht ein halbes Jahr lang ein Flaschenhals.

Eisenbahnbrücke - bisher keine Lösung fix
16.000 Lenker müssen täglich über die Eisenbahnbrücke, deren Zukunft weiter so klar ist wie die Sicht in einer Nebelbank. "Die Gespräche laufen", heißt es von Seiten der ÖBB. Im Klartext: Noch immer ist nicht fix, ob die 110 Jahre alte Brücke saniert oder neu gebaut werden wird. Und die Uhr tickt: Ende 2012 läuft die Lebenszeit des Übergangs ab. Weshalb die Stadt – wie berichtet – eine eigene Brücke unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke plant. Baubeginn wäre frühestens Ende 2012 – die Bauzeit würde rund 18 Monate betragen. Was bedeutet: Eineinhalb Jahre müssten die 16.000 Lenker auf die anderen Brücken ausweichen

Autobahnbrücke - Suche nach neuem Termin
100.000 Autos und Lkws nutzen täglich die Linzer Autobahnbrücke – und aufgrund der prognostizierten Verkehrssteigerungen werden es in den nächsten Jahren um zumindest fünf Prozent mehr. Umso größer sind die Sorgen bei den Stadtoberen seit durchsickerte, dass die Asfinag 2016 eine große Sanierung plant. "Wir hoffen, dass wir die Sanierung so koordinieren können, damit die Beeinträchtigung – auch durch eventuelle Arbeiten an den anderen Brücken – so gering wie möglich wird", hofft Luger. Dem aber klar ist: Schon bei der Sperre von nur einer Fahrspur ist ein Stauchaos unvermeidlich. Erst recht, wenn auch die anderen beiden Brücke nicht fertig sein sollten.

Kronen Zeitung

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