Mi, 22. November 2017

Affenstarkes Projekt

05.11.2010 09:25

Wiener Schulen sammeln Handys für Goodall-Institut

Artenschutz dank alter Handys: An Wiener Schulen startet dieser Tage eine Sammelaktion ausrangierter Mobiltelefone. Pro abgegebenem Gerät kommen 1,5 Euro dem österreichischen Jane-Goodall-Institut (JGI-A) zugute, das sich nicht nur um bedrohte Schimpansen und Gorillas kümmert, sondern auch soziale Projekte in den betroffenen Regionen fördert. Bei Interesse können sich auch Unternehmen oder Privatpersonen an der Aktion beteiligen.

Zudem soll durch die Rückgabe eine Rückgewinnung jener Rohstoffe möglich gemacht werden, die vor allem in Ostafrika und damit im Lebensraum der Affen abgebaut werden, erläuterte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl in einer Pressekonferenz am Donnerstag den Hintergrund der Aktion.

Das Konzept funktioniert denkbar einfach: Interessierte Schulklassen können sich beim - nach der bekannten Affenforscherin Jane Goodall benannten - Institut oder der kooperierenden Firma Mobile Collect melden und bekommen daraufhin kostenlos eine Sammelbox zur Verfügung gestellt. Die befüllten Einwerfbehälter werden nach einer bestimmten Zeit gratis wieder abgeholt.

Treffen mit Jane Goodall und Zoobesuche zu gewinnen
"Wir wollen unseren Schülern nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen, sondern auch Werthaltungen", argumentierte Brandsteidl die Unterstützung durch den Stadtschulrat. In Wien zähle man rund 220.000 Schüler, von denen ein Großteil ein Mobiltelefon besitze. Um die Jugendlichen zum Sammeln zu motivieren, ist die Aktion an einen Wettbewerb geknüpft. Jenen fünf Klassen, die bis zum 4. Februar 2011 die meisten Geräte eingeworfen haben, winken Preise, die von einem persönlichen Treffen mit Jane Goodall über Zoobesuche bis hin zu Info-DVDs reichen.

Handy-Rohstoffe brutal und mit Kinderarbeit abgebaut
In Handys finden sich laut Bernd Lötsch, Ex-Chef des Naturhistorischen Museums, bis zu 60 Rohstoffe, die großteils im Kongo brutal und mit Hilfe von Kinderarbeit abgebaut würden. Dahinter steckten mafiose und terroristische Praktiken, die Rebellenkriege finanzierten. Somit unterstütze die Aktion nicht nur den Tier- und Umweltschutz, sondern sie trage auch zur Bekämpfung sozialer Missstände bei. Man könne die Initiative durchaus unter das Motto "Menschenaffen helfen Menschenaffen" stellen, verwies der Wissenschafter auf den "geringen genetischen Abstand" zwischen Mensch und Tier.

Nachhaltige Ressourcenverwendung als Ziel
JGI-A-Geschäftsführerin Gudrun Schindler betonte, dass in Österreich jährlich drei Millionen Handys auf den Markt kämen, jedoch nur 500.000 recycelt würden. "Wir wollen das Thema Mobilfunk nicht negativ behaften und die moderne Technik verteufeln, sondern die nachhaltige Verwendung von Ressourcen fördern", versicherte sie.

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