Sa, 18. November 2017

Mängel aufgedeckt

03.11.2010 08:09

Walter Blachfellner: „Isar 1 gehört sofort vom Netz“

Jahrzehntelang anhaltende Stromlieferungen aus Schrott-Reaktoren wie Isar 1 will die deutsche Regierung durch die Laufzeitverlängerung bei ihren Atomkraftwerken zulassen. Das stellt eine enorme Gefahr auch für Salzburg dar. Jetzt zeigt ein neuer "Schwachstellenbericht" lebensgefährliche Mängel auf. Landesrat Walter Blachfellner: "Isar 1 gehört sofort vom Netz!"

Alle Parteien im Salzburger Landtag haben ihre Protest-Note bereits nach Bayern abgeschickt: "Habt ihr alle Tschernobyl und das grauenvolle Leid der Menschen vergessen?" Salzburg hat mit Ober- und Niederösterreich sowie mit der Umweltanwaltschaft Wien eine Überprüfung der Reaktor-Sicherheit von "Isar 1" in Auftrag gegeben.

"Schwerwiegende Konstruktionsmängel"
Zehn Experten haben in ihrem "Schwachstellenbericht über den Siedewasserreaktor Baulinie 69" Unglaubliches herausgefunden: Schwerwiegende Konstruktionsmängel können auch durch Nachrüstung nicht behoben werden. Die Basissicherheit des Reaktordruckbehälters ist nicht gegeben – insbesondere die Schweißnähte gäben Anlass zur Sorge. Der "Isar 1"-Reaktorbehälter, baugleich mit Zwentendorf, erfüllt nicht einmal die Anforderungen für Druckgefäße nach der österreichischen Dampfkessel-Verordnung.

Landesrat Walter Blachfellner: "Wir haben auch bei der EU-Kommission wegen der Mochovce- und Temelin-Erweiterung Beschwerde geführt." Die befremdende Antwort: "Länder dürfen ihren Energie-Mix frei wählen." Blachfellner: "Gesundheit und Sicherheit der Bürger müssen Vorrang haben. Es darf nicht jedes EU-Mitglied eine eigene Energie-Suppe kochen."

Kronen Zeitung

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