Mo, 18. Dezember 2017

Skandal in Linz

25.10.2010 07:24

Dienst geschwänzt - Heimleiterin suspendiert

Große Aufregung in einem großen Linzer Seniorenheim: Die langjährige Leiterin ist vom Dienst suspendiert worden. Sie soll laut Magistrat ein Jahr lang während der Dienststunden "geschwänzt" und statt an ihrem Arbeitsplatz auf ihrem privaten Reiterhof gearbeitet haben. Die Zeitabrechnungen im Heim habe sie zu ihren Gunsten immer wieder manipuliert.

Die verdächtige Altenheimleiterin hat diese Vorwürfe bereits bestätigt. Ein anonymisiertes E-Mail, das am Wochenende bei der "Krone" eintrudelte, machte den Vorfall bekannt: In dem Schreiben heißt es wörtlich: "Seit einigen Wochen herrscht in einem Linzer Pflegeheim große Aufregung und Aufruhr: Eine leitende Beamtin wurde unversehens (während des Urlaubs) vom Dienst suspendiert. Interessant ist, dass unmittelbar danach sogar die Schlösser ihres Büros ausgetauscht wurden, damit sich niemand mehr Zutritt verschaffen kann."

Und weiter: "Selbstverständlich ist man darauf bedacht, dass alles vertuscht wird und nichts an die Öffentlichkeit gerät. Man will ja kein Aufheben davon machen, dass sich diese Person jahrelang auch am Essen der betagten alten Menschen gütlich getan hat."

Dienstzeit auf eigenem Reiterhof verbracht
Das erscheint als minderes Delikt, doch dann wird es auch für den Arbeitgeber, die SLZ Seniorenzentren Linz GmbH, interessant. Zitat aus dem E-Mail: "Außerdem ist es bekannt, dass sie 'Gleitzeitvergehen' begangen hat und im Krankenstand ihrem Freizeitvergnügen nachgegangen ist."

Die "Krone" erreichte den Linzer Vizebürgermeister Klaus Luger (SPÖ) in Mailand. Er bestätigte die anonymen Vorwürfe teilweise, erklärte dazu: "Sie hatte beispielsweise angegeben, bis 19 Uhr gearbeitet zu haben, war in Wirklichkeit am Nachmittag nicht mehr im Dienst." Hintergrund der Affäre dürfte sein, dass die Beamtin privat einen Reiterhof betreibt, wo sie wegen finanzieller Probleme mehr als  eigentlich geplant mithelfen muss. Eine Disziplinarkommission entscheidet, ob und wie es weitergeht.

von Christoph Gantner, "OÖ Krone"

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