So, 22. Oktober 2017

Quelle-Konkurs

25.10.2010 07:22

Ein Jahr danach lernen noch 274 Leute für neue Jobs

Mit wenigen Unternehmen in Oberösterreich haben sich ihre Mitarbeiter so stark identifiziert wie mit der Quelle - so brach für 1.100 Leute eine Welt zusammen, als das Versandhaus nach 50-jährigem Bestehen in Konkurs ging. Ein Jahr später bereiten sich immer noch 274 Quelle-Leute auf neue Jobs vor.

Verzeihen werden sie es "den Deutschen" nie: Als der Dachkonzern Arcandor pleite ging und am 20. Oktober 2009 das Aus für Quelle Deutschland verkündete, schrieb Quelle Österreich trotz millionenschwerer Zuschüsse an die deutsche Mutter schwarze Zahlen, das Vertrauen der heimischen Kunden war ungebrochen - sogar ein Alleingang schien möglich.

Mehr als drei Wochen lang hofften die 1.100 Mitarbeiter in Linz und in den Außenstellen auf eine Lösung, während Betriebsrat, Land und AMS bereits vorsorglich die Weichen für ein Leben nach dem Tod der Quelle stellten: eine Arbeitsstiftung, die nach dem Konkursantrag am 16. November auch umgehend in Aktion trat, um so vor allem den ungelernten Arbeitskräften Wege in neue Jobs zu ebnen.

Nach Quelle-Aus zum Traum-Job
Viele brauchten sie nicht: Quelle-Leute waren auch bei der kriselnden Wirtschaft gefragt und wurden per Aushang auf einem "schwarzen Brett" in der Quelle-Zentrale angeworben. 597 Gekündigte - der jüngste 19, der älteste 58 Jahre alt - entschlossen sich dennoch, "in die Stiftung zu gehen".

Grund dafür war bei den meisten die Chance, sich beruflich weiter- oder neu zu entwickeln. Die 49-jährige Jutta Schmid etwa ist Kindergartenhelferin geworden und glücklich dabei: "Ich frage mich jeden Tag, warum ich das nicht schon früher gemacht habe." Gerhard Preining war 27 Jahre lang Tischler bei Quelle und fand mit 41 als OP-Gehilfe einen Job, "der auf mich gewartet hat".

Hauptträger der Stiftungs-Ausbildungen ist das BBRZ-Unternehmen FAB, das bereits 6.000 Menschen in Arbeitsstiftungen betreut hat. 147 Quelle-Leute betreut es heute noch. Insgesamt hat die Quelle-Stiftung noch 274 Teilnehmer.

Kronen Zeitung

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