Di, 21. November 2017

Situation „1A“

21.10.2010 15:39

Sobotka: Burnout in Spitälern nur in einzelnen Fällen

Der schwarze Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka hat dem Präsidenten der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner, im Zusammenhang mit dessen Aussagen über Burnoutfälle in Spitälern (siehe Infobox) vorgeworfen, "Parteipolitik" zu betreiben. Reisner berichtete am Mittwoch, 31 Prozent der Spitalsärzte im Land seien "emotional erschöpft".

Die Kampagne sei ein "bemerkenswerter Schulterschluss", den er freilich mit Gelassenheit sehe, sagte Sobotka am Rande einer Pressekonferenz in St. Pölten. Er erinnerte daran, dass das Land im Zusammenhang mit der Übernahme aller 27 Klinikstandorte im Land "mehrere Hundert Ärzte zusätzlich angestellt" habe. Was den Wiener Neustädter Reisner angehe, so habe dieser geschwiegen, solange das Krankenhaus unter der Trägerschaft Wiener Neustadts gestanden sei. Die Vorgehensweise sei daher "mehr als durchschaubar". Sobotka sprach vom Versuch, die gesundheitspolitische Diskussion parteipolitisch zu führen.

Reisner habe offensichtlich nicht nur ein "Hauptsteckenpferd". "Wenn ich ein 'Multi' bin, ist es klar, dass ich ein Burnout kriege", so Sobotka in Richtung des Ärztekammerpräsidenten. Gebe es einzelne Fälle, so seien alle Instrumente für Hilfe, Beratung und Betreuung an der Hand. In Krankenhäusern hätten seit Jahrzehnten Mängel bestanden. Das Land habe mit den Übernahmen eingegriffen.

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Landeskliniken-Holding stellte Sobotka  fest, dass die klinische Betreuung in Niederösterreich "1A" sei. Was weniger funktioniere, sei das Angebot im niedergelassenen Bereich. Verteidigt werden vom Landes-Vize die "vier Häuser auf 60 Kilometer" in der Thermenregion (Mödling, Baden, Wiener Neustadt, Neunkirchen), die immerhin 460.000 Menschen zur Verfügung stünden.

"Gesundheit ist kein Markt, aber marktwirtschaftlich zu führen", so Sobotka. Es gehe um "beste Leistung mit geringstem Ressourcenaufwand". Nicht zuletzt erhob Sobotka am Donnerstag auch Forderungen an die EU. Er sprach diesbezüglich u.a. vergleichbare Qualitäts- und Behandlungsstandards in Europa, eine europaweite e-Card sowie den Abbau von Barrieren bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung an.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden