Mo, 23. Oktober 2017

Auch für Touristen

21.10.2010 13:34

Wolf Science Center im Wildpark Ernstbrunn eröffnet

Das Wolf Science Center (WSC) im Wildpark Ernstbrunn ist am Mittwoch offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Vor eineinhalb Jahren hat die zuvor in Grünau (Oberösterreich) eingerichtete universitäre Forschungsstelle im Weinviertel eine neue Heimat gefunden. Während neue Gehege gebaut wurden, hat das WSC-Team um Kurt Kotrschal, Friederike Range und Zsofia Viranyi bereits Jungtiere beim Heranwachsen beobachtet.

"Menschen und Wölfe haben etwas gemeinsam - beide sind Kooperationstiere", meinte Kotrschal, während "seine" Tiere hinter dem Zaun das Geschehen neugierig verfolgten. Thema der wissenschaftlichen Arbeit sei nicht nur die Beobachtung der Wölfe, sondern auch die Frage, wie der Mensch auf den Wolf - und in weiterer Folge auf den Hund - kam. Die Domestikation wird in einem Parallelversuch mit Hundewelpen untersucht, um die Verhaltensweisen zu vergleichen. "Um den Hund besser zu verstehen, braucht man den Wolf", sagte Range.

Weder Bestie noch Streicheltier
Das Team will die geistigen Fähigkeiten der Wölfe erforschen, sie seien "sehr anspruchsvolle" Tiere, die beschäftigt gehörten. Kotrschal geht es aber auch um Aufklärung: Der Wolf sei weder eine reißende Bestie noch ein Streicheltier.

40.000 Touirsten jährlich erwartet
"Hausherr" Heinrich XIV. Reuss resümierte die Geschichte des vor mehr als drei Jahrzehnten eröffneten, privat und "ohne einen Pfennig Förderung" betriebenen Wildparks. Waren es zu Beginn 50.000 Besucher, so sank diese Zahl im Lauf der Zeit - der Wildpark "verstaubte" ein wenig, meinte Reuss kritisch, bis er selbst vor fünf Jahren - mit Landesförderung - eine "Renaissance" einleitete. Die Partnerschaft mit dem WSC bezeichnete er als Glücksfall und Win-Win-Situation für beide Seiten: optimale Bedingungen für die Wissenschafter und die berechtigte Hoffnung auf steigende Besucherzahlen. Derzeit kommen rund 33.000 Menschen im Jahr, Reuss erwartet sich durch das WSC künftig 40.000 jährlich.

Im Wolf Science Center sei nun Wissenschaft "hautnah" zu erleben, betonte Landesrätin Petra Bohuslav. Mit dem Wildpark Ernstbrunn sei das Weinviertel um eine Touristenattraktion reicher. Nach Angaben der Wirtschaftsagentur ecoplus unterstützte das Land die Errichtung eines Besucherzentrums inklusive Shop, den Bau von Gehegen (zwei 8.000 Quadratmeter-Gehege, ein Welpen-, ein Test- und zwei Hundegehege) und Aussichtsplattformen, ein Besucherleitsystem sowie Marketingmaßnahmen. Die Projektkosten wurden mit 408.000 Euro beziffert.

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