Mo, 11. Dezember 2017

Schock im Linzer AKh

22.10.2010 09:13

Beliebter Oberarzt stirbt bei Ruderunfall

Im Linzer AKh sind am Donnerstag in der Abteilung für Innere Medizin die Telefone heiß gelaufen – zahlreiche bestürzte Patienten haben angerufen und ihre Trauer bekundet, nachdem der Kardiologe Robert Hofmann (50) bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen war. Grundtenor vieler: "Er hat mir mit seiner ärztlichen Kunst das Leben gerettet."

Als Spezialist für Herzkatheter war Robert Hofmann eine Koryphäe. Typisch für ihn war, dass er mit den Patienten während des nicht unheiklen Eingriffs scherzte und ihnen so das beruhigende Gefühl gab, es sei nur ein banaler Routineeingriff.

Neben seiner Arbeit im AKh glänzte Hofmann auch als Wissenschaftler. Ab Freitag ist im AKh auch ein Kondolenzbuch aufgelegt. AKh-Direktor Heinz Brock: "Hofmann wird uns allen als fachlich und menschlich hervorragender Kollege in Erinnerung bleiben. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern."

Todesursache ungeklärt
Immer noch rätselhaft ist, warum Hofmann in der Donau ertrank. Er war mit einem einsitzigen Sportboot unterwegs, in dem fix Schuhe montiert sind. Als Hofmann mit dem Einer kenterte, konnte er aus diesen Schuhen schlüpfen, trieb aber unter dem Boot. Deshalb vermuten Insider, dass möglicherweise ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall Auslöser des tödlichen Unglücks waren.

Franz Derflinger vom Linzer Ruderverein Ister: "Hofmann war ein erfahrener Ruderer, Bergsteiger und Kletterer. Es ist schwer vorstellbar, dass er einen technischen Defekt nicht bewältigt hätte."

Reanimation erfolglos
"Ein Boot treibt verkehrt im Wasser" – mit diesen Worten hatte ein Mitarbeiter der Voest vom Linzer Hafen aus die Berufsfeuerwehr alarmiert. Nur vier Minuten später waren die Einsatzkräfte am Unfallort und fuhren mit dem Schlauchboot zu dem in der Donau treibenden Einer. Der AKh-Kardiologe hing kopfüber am Boot fest und konnte sofort geborgen werden. Am Ufer begann die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Der 50-Jährige wurde ins Akh gebracht, wo Kollegen um sein Leben kämpften - doch ohne Erfolg, der Arzt starb im eigenen Spital.

von Jasmin Gaderer, Christoph Gantner ("OÖ Krone") und ooe.krone.at

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