Do, 23. November 2017

„Gefahr im Verzug“

18.10.2010 12:12

„Vier Pfoten“ ortet Tierquälerei in Zirkus

Ein deutscher Zirkus, der am Wochenende in St. Peter in der Au (Bezirk Amstetten) gastierte, hat den Unmut der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ auf sich gezogen. Dem Verein zufolge werden zumindest ein Kamel, zwei Lamas und ein Kaninchen gesetzwidrig gehalten. Es wurde Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet, nun hoffen die Tierschützer, eine umgehende Beschlagnahmung der Vierbeiner erwirken zu können.

"Vier Pfoten" bemängelt nicht nur die winzigen Käfige und das Fehlen eines Außengeheges, "eines der Lamas ist außerdem sehr stark abgemagert. Der Wasserkübel lag leer im Käfig und das Futter ist mangelhaft", berichtete die Geschäftsführerin Johanna Stadler. Es sei außer Heu kein Futter sichtbar gewesen, heißt es in der Anzeige. Außerdem sei die Haltung von Kamelen und Kaninchen in Einzelkäfigen nicht zulässig. Die Organisation habe nun den Behörden Unterstützung angeboten, man könne die Tiere in Auffangstationen unterbringen.

Nicht klar definiert: Wildtiere oder Haustiere?
"Es ist unverständlich, dass es überhaupt noch Kamele und Lamas in Zirkussen gibt - das diesbezügliche Wildtierverbot ist bereits seit 2005 in Kraft", ärgerte sich Stadler. Ein Problem könnte dabei die unterschiedliche Auffassung des Begriffs "Wildtier" in der Tierhaltungsverordnung und im Tierschutzgesetz darstellen: Letzteres bezeichnet sie als Haustiere, die Verordnung allerdings als Wildtiere – diese dürfen laut "Vier Pfoten" nicht von Zirkussen gehalten bzw. für Vorstellungen verwendet werden.

"Vier Pfoten": Gefahr in Verzug
Die Polizei habe dem Gelände bereits einen Besuch abgestattet, nun sei die Amtstierärztin am Zug, berichteten die Tierschützer am Montag. Es sei wirklich Gefahr in Verzug, da "der Zirkus dafür bekannt ist, sich bei Nacht und Nebel aus dem Staub zu machen", so eine Sprecherin.

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