Mo, 11. Dezember 2017

Hohes Grundwasser

17.10.2010 19:40

Überflutete Keller - Masterplan in NÖ, keine Hilfe in Wien

Hunderte Menschen in Floridsdorf und Donaustadt müssen in Häusern leben, deren Keller unter Wasser stehen. Die Stadt Wien hat den Leuten bisher nicht geholfen. Niederösterreich ist da anders: In den Gemeinden, die von dem zu hohen Grundwasser betroffen sind, bekommen die Menschen Unterstützung vom Land.

Denn nicht nur am nördlichen Stadtrand von Wien ist der Grundwasserspiegel wegen der starken Regenfälle der vergangenen Jahre angestiegen, auch manche Marchfeldgemeinden leiden darunter. Dort gibt es aber Aussicht auf Besserung: Das Land Niederösterreich, der Bund und die Gemeinde haben, so der zuständige Landesrat Stephan Pernkopf, ein umfangreiches Finanzierungspaket beschlossen, das in Niederösterreich Investitionen bis zu 16,6 Millionen Euro ermöglicht. Mit diesem Geld können Maßnahmen gegen die Überflutungen finanziert werden. Was alles getan werden soll, wird dieser Tage in einem Masterplan festgelegt.

Bis zu 15.000 Euro pro Keller in NÖ
Das Land Niederösterreich hat aber auch eine Beratungsaktion ins Leben gerufen, durch die Hausbesitzer erfahren können, ob bzw. wie eine nachträgliche Abdichtung von Kellern möglich ist. Für solche Maßnahmen gibt es vom Land auch Förderungen - bis zu 15.000 Euro pro Keller.

Und was geschieht in Wien, was tut die Stadt, um den vom Wasser betroffenen Bürgern der Bundeshauptstadt unter die Arme zu greifen? Die Antwort ist leider mit einem einzigen Wort gegeben: nichts. Was den Floridsdorfer Bezirksrat Hans Jörg Schimanek auf die Palme treibt: "Die Gemeinde muss den Leuten helfen!"

Wasserspiegel vor Jahrzehnten falsch eingeschätzt
Die Wurzeln allen Übels mit dem Grundwasser gehen in die Zeit zwischen 1975 und 1995 zurück. Damals nahm man (fälschlicherweise) an, dass der Wasserspiegel nicht mehr auf ein Niveau wie vor 1970 ansteigt. Und so entfernte man damals die alten Entwässerungssysteme. Abzugsgräben wurden verfüllt, Feuchtgebiete in Ackerflächen und sogar Bauland umgewidmet, Drainagesysteme kamen weg, Gerinne wurden begradigt oder abgedichtet. Die Folge: Das Grundwasser steigt ungehindert an.

Das Umwelt-Unternehmen GEO-data schlägt nun einen Zwei-Stufen-Plan im Kampf gegen das Wasser vor. Zuerst sollte die Situation kurzfristig entschärft werden, dann müssten Maßnahmen zur dauernden Senkung des Grundwasserspiegels gesetzt werden.

von Erich Vorrath, Kronen Zeitung

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