Di, 21. November 2017

Industrieunfälle

11.10.2010 19:01

32 Betriebe im Land gelten als „sehr gefährlich“

"Wir haben auch schon Teile von Anlagen geschlossen, wenn etwas nicht gepasst hat" – Landes-Fachleute prüfen jährlich die 32 sogenannten "Seveso-II-Betriebe" in Oberösterreich. Durch jährliche, strenge Tests sollen Horrorunfälle wie der in Ungarn vermieden werden: "Ein Blödsinn allein löst normalerweise keinen schweren Zwischenfall aus, es sind immer Verkettungen, die zu großen Unfälle führen."

Ein Unglück in der Dimension wie derzeit in Ungarn sei undenkbar, da die 32 "gefahrengeneigten Betriebe" über ausgeklügelte Sicherheitsvorkehrungen verfügen. Allerdings gibt's bundesweit jedes Jahr einen "schweren Industrieunfall", der dann so heißt, wenn es ein Todesopfer oder zwei Millionen Euro Schaden zu beklagen gibt.

15 der 32 "Seveso-II-Betriebe" sind in Linz, der Großteil am Gelände der Voest und Chemie sowie in der Industriezeile. In den Bezirken Wels-Land und Vöcklabruck sind jeweils drei Firmen den strengen Auflagen unterworfen – darunter etwa auch die Spedition Gartner in Edt bei Lambach, die nach außen "harmlos" wirkt. Auch die Agrana in Aschach an der Donau, die Metallveredelung Hinterleitner in Aurolzmünster oder die AVE-Entsorgung in Steyr müssen sich genauer auf die Finger schauen lassen.

Die AMAG in Ranshofen, die – wie das Werk in Ungarn – Aluminium erzeugt, steht nicht auf der Seveso-Liste. Bundesweit gibt es nur in Niederösterreich mehr "Seveso-II"-Firmen als im Land ob der Enns.

von Markus Schütz, "OÖ Krone"

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