Fr, 17. November 2017

Anfang vom Ende?

05.10.2010 11:38

Musiksender MTV ab 2011 nur mehr für zahlende Kunden

Der einstige Musikfernseh-Pionier MTV wird ab Jänner nur noch für zahlende Kunden zu sehen sein. Ab dem kommenden Jahr werde das Programm ausschließlich als Abosender auf digitalen Kabel-, Satelliten- und Breitbandplattformen zu empfangen sein, sagte der Deutschlandchef von MTV Networks, Dan Ligtvoet, der "Financial Times Deutschland" - und das obwohl das Pay-TV-Modell im deutschsprachigen Raum noch keine nennenswerten Erfolgsgeschichten hervorbrachte. Der Schwestersender Viva soll im Free-TV bleiben und aufgewertet werden.

MTV Networks ist Teil des US-Medienkonzerns Viacom. Im deutschsprachigen Raum sendet die Gruppe die Programme MTV, Viva, den Kinderkanal Nickelodeon und Comedy Central. Ebenfalls als Bezahl-Angebot soll es künftig den reinen Musiksender "MTV brand new" geben. Im frei empfangbaren Fernsehen haben MTV und Viva derzeit laut Bericht einen Marktanteil von 1,8 Prozent bei Zuschauern zwischen 14 und 29 Jahren.

MTV-Chef glaubt ans Bezahlfernsehen
Mit der Umwandlung von MTV von einem werbefinanzierten Sender in ein Bezahl-Angebot erhofft sich das Unternehmen eine "besser ausbalancierte Verteilung der Erlöse", wie Ligtvoet der Zeitung sagte. "Ich erwarte mir davon mehr Wachstum." Ligtvoegt erwartet außerdem, dass die "Pay-TV-Landschaft in Deutschland in den kommenden Jahren stark wachsen wird". Infrastrukturanbieter wie die Kabelnetzbetreiber wollten wachsen und brauchten dafür Inhalte. "Sie werden den Ausbau des Pay-TV-Angebots vorantreiben."

Ligtvoets Prognose dürfte bei vielen Medienexperten im deutschsprachigen Raum eher wenig Zuspruch finden, gibt es doch kaum nennenswerte Erfolgsgeschichten für Bezahlsender. Selbst der Pionier auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum, der vor einem Jahr in "Sky" umbenannte Bezahlsender "Premiere", hat nur im Jahr seines Börsegangs 2005 Gewinn gemacht. Derzeit holt sich der chronisch defizitäre Sender die siebente Kapitalerhöhung auf dem Aktienmarkt. Sky Deutschland braucht nach eigenen Angaben etwa 2,8 bis 3 Millionen Abonnenten, um die Gewinnzone zu erreichen. Bisher kam man nicht über die 2,5-Millionen-Grenze.

MTV-Produktionen auf Viva
MTV will aber weiterhin im Free-TV vertreten bleiben. Der Schwestersender Viva werde zum zentralen Musik- und Entertainmentkanal umgebaut und solle künftig erfolgreiche Formate aller Sender von MTV Networks ausstrahlen. "Viva wird damit auch ein frei zugängliches Schaufenster zu unserer Programmwelt."

Der immer mehr zum "Klingeltonwerbung-Sender" verkommene einstige Musikkanal hatte vor Monaten für Aufregung gesorgt, als der Zusatz "Music Television" aus dem Logo gestrichen wurde.

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