Sa, 16. Dezember 2017

Schlechte Bezahlung

29.09.2010 19:11

2012 werden 500 qualifizierte Pflegekräfte fehlen

Beinharte Arbeit, physisch wie psychisch, schlechte Bezahlung, die meist mit viel Idealismus ausgeglichen wird: Das ist der Pflegeberuf in Salzburg. Da nächstes Jahr 500 Profis fehlen werden, will man ihn attraktiver machen.

Es sind die freundlichen Worte und die liebevolle Fürsorge, die den Salzburgern Krankenhausaufenthalte erleichtern. Beide Dinge kommen meist – neben der medizinischen Versorgung – vom Pflegepersonal. Doch wenn man diesen Beruf ergreifen will, muss man hart im Nehmen sein. Eine fertige Pflegekraft im Alter von 20 Jahren bekommt durchschnittlich 1.345 Euro brutto, mit 30 Jahren 1.566 Euro für harte psychische und physische Arbeit. In der dreijährigen Ausbildung ist es nur ein sogenanntes Taschengeld.

Da wundert es niemanden, dass es in Salzburg 2012 voraussichtlich 500 freie Stellen geben wird. 400 davon können durch Umschulungen sowie Kräften aus dem Ausland und anderen Bundesländern abgefedert werden. „Da die Ausbildung drei Jahre dauert, müssen wir jetzt reagieren“, versichern Finanzreferent David Brenner und Stadt-Vize Martin Panosch. Ein Eckpfeiler: mehr Geld für die Pflegeschüler, stufenweise 100 Euro mehr im Monat. Dazu kommen Kampagnen, um den Nachwuchs zu umgarnen. Kosten: insgesamt 2,1 Millionen € bis 2013.

„Dass wir mehr Geld bekommen, freut uns prinzipiell. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, obwohl es nur relativ genug ist“, waren sich am Mittwoch die Pflegeschüler Manuel Seidl, Maria Heilmayer und Kurt Schlager (im Bild von links) auf „Krone“-Nachfrage einig.

Kurz: Die Freude hält sich in Grenzen, denn das Taschengeld hat nicht einmal den Namen verdient. Im ersten Jahr sind es jetzt 263,58 Euro. Ein Kochlehrling bekommt 523 Euro, ein Automechaniker 484,64 Euro. Im dritten Jahr: 455,21 Euro für Pflegeschüler, 713 Euro für den Koch, 874,37 Euro für Mechaniker. Und selbst diese mickrigen Zahlen haben die Personalvertretung in Verwunderung gestürzt (siehe Interview).

Fazit: Stadt und Land sind bemüht, den Pflegenotstand abzuwenden, doch um den Salzburgern den Beruf schmackhaft zu machen, wäre noch mehr Geld nötig.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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